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Haters gonna hate

Archivartikel

Ich habe mich eigentlich dem Digital Detox verschrieben, aber in den Ferien habe ich doch wieder Zeit gefunden, meine Timeline zu checken – und ich war entsetzt, vor wie viel Hass, Verachtung und Beleidigung Posts und Kommentare strotzen. Unter den Post der lokalen Fridays- for-future-Gruppe kommentierte beispielsweise ein ganz Schlauer: „Geht lieber in die Schule damit ihr endlich was lehrnt“ – der hat offensichtlich selbst öfter gefehlt, denke ich, aber ich verkneife mir, diese Meinung der digitalen Welt zu offenbaren. Auch meine liebste Fußballmannschaft wird ständig beleidigt – im Internet wie im Stadion. Selbst für mich ist ihr Verhalten nicht leicht zu ertragen, und es deprimiert mich – wie fühlen sich dann erst diejenigen, die eben 90 Minuten umhergerannt sind und ihr Bestes gegeben haben? Die hochgeladene Bundestagsrede einer Politikerin sieht sich mit Kommentaren à la „Du bist fett“ und „Du bist hässlich“ konfrontiert. Selbst wenn es so wäre, frage ich mich, was hätte ihr Aussehen mit ihrer Kompetenz zu tun? Und: Hat der Nutzer, der diese Beleidigungen tippte, selbst einmal in den Spiegel geguckt? Ein Adonis ist er schließlich auch nicht gerade, von seinem BMI ganz zu schweigen. Aber wer bin ich, dass ich mich auf sein Niveau herablasse? Ich schenke der Politikerin lieber einen solidarischen Like. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Leute, die in den sogenannten sozialen Medien gegen alles und alle wettern, jemandes Lieblingsnachbar, -kollege oder -onkel sind. Frei nach dem Sprichwort „Wie es in den Wald hinein schallt, schallt es auch wieder heraus“, bemühe ich mich, trotz der drohenden Verrohung der gesprochenen und der im Web niedergeschriebenen Sprache, stets freundlich und zuvorkommend zu agieren, denn: Haters gonna hate. But Lovers gonna love – and live happily ever after. Bis neulich, Eure BAte

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