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Eigene Meinung Der Trend zur Akademisierung hat auch Nachteile, findet eine Mitarbeiterin der BAnane-Jugendredaktion

Immer mehr Einser-Abiturienten

Die Zahl der Abiturienten mit der Note 1,0 steigt. Woran liegt das? Werden die Schüler immer schlauer oder die Anforderungen nur geringer? Und wie viel ist die Bestnote überhaupt noch wert, wenn sie so inflationsmäßig vergeben wird? Fragen über Fragen. Ich sitze nicht mehr in der Schule und kann daher nicht sagen, ob der Anspruch wirklich gesunken ist. Wenn ich dann aber heute über den Campus meiner Uni laufe, frage ich mich bei dem einen oder anderen schon sehr häufig „Wie hast du es bis hierher geschafft?“.

Die Studienberechtigung und die Studienbefähigung sind eben doch zwei verschiedene paar Schuhe. Die Abi-Inflation hat zur Folge, dass in den Universitäten immer mehr junge Menschen landen, die mit den akademischen Herausforderungen nicht zurechtkommen. Und nicht nur das. Eine weitere Konsequenz ist das Vorantreiben einer übertriebenen Akademisierung. Durch den Trend zum Studium verliert die Berufsausbildung an Ansehen. Und das völlig zu Unrecht. Denn die duale Berufsausbildung ist ebenfalls anspruchsvoll und bietet gute Jobaussichten. Die Kombination von praktischer Ausbildung und Berufsschule ist ein Erfolgsmodell und wesentlich dafür verantwortlich, wieso hierzulande die Jugendarbeitslosigkeit so gering ist und junge Erwachsene leichter in den Arbeitsmarkt integriert werden, als dies in vielen anderen Ländern der Fall ist. Formale Abschlüsse haben in Deutschland eine größere Bedeutung als anderswo. Die Bestnoteninflation trägt ihren Teil dazu bei. Bildung hat viele Facetten und ein Studium ist nicht der einzige Weg zu einer hohen Qualifizierung. Antje Heitland

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