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Wahlen Über 650 000 Jugendliche beteiligten sich deutschlandweit an der Juniorwahl zur Europawahl / Ergebnisse unterscheiden sich kaum von denen der echten Wahl

Interesse an Politik fördern

Archivartikel

Seit der Europawahl am 26. Mai ist klar welche Parteien wie viele Sitze im Europaparlament erhalten. Rund 427 Millionen Bürger der Europäischen Union waren in diesem Jahr wahlberechtigt. In Deutschland konnten wahlberechtigte Bürger ab dem Mindestalter von 18 Jahren aus 41 Parteien auswählen und sich so am demokratischen Prozess beteiligen. Die Wahlbeteiligung in Deutschland lag, Berechnungen von Infratest Dimap zufolge, bei 61,5 Prozent. Dies ist ein deutlicher Anstieg zur vorherigen Europawahl 2014. Damals lag die Wahlbeteiligung noch bei 48,1 Prozent, in ganz Europa waren es sogar nur 42,6 Prozent.

Jedoch gab es bei den jetzigen Europawahlen nicht nur die Möglichkeit für Bürger ab einem Mindestalter von 18 Jahren zu wählen. An einigen weiterführenden Schulen in Deutschland konnten bereits Jugendliche ihre Meinung kundtun und an den sogenannten Juniorwahlen teilnehmen.

Wahlunterlagen werden; zur Verfügung gestellt

Bei diesem Konzept, welches von staatlichen Institutionen, wie dem Europäischen Parlament oder der Bundeszentrale für politische Bildung finanziell getragen wird, konnten bereits Schüler ab der siebten Klasse wählen. Im Rahmen von Landtags-, Bundestags- und Europawahlen werden Lehrkräfte und Schüler von den Juniorwahlen dabei unterstützt, eine realitätsgetreue Wahlsimulation an ihrer Schule zu organisieren und durchzuführen. Didaktisches Unterrichtsmaterial zur Vorbereitung der Wahl sowie alle Wahlunterlagen und Materialien werden ebenfalls zur Verfügung gestellt. Das Ziel dieses handlungsorientierten Konzepts zur politischen Bildung ist das Interesse der Jugendlichen an Politik zu fördern, Begeisterung für politische Teilhabe und gesellschaftliches Engagement zu wecken, Meinungsbildungsprozesse zu fördern und das Urteilsvermögen zu stärken. Und das Prinzip funktioniert. Laut mehrerer Studien einiger Universitäten, wie der Stanford University, steigt die Wahlbeteiligung bei Erstwählern durch die frühere Teilnahme an den Juniorwahlen.

Seit 1999 gibt es; das Schülerprojekt

Seit dem Bestehen der Juniorwahlen 1999 entwickelte sich die Idee zum größten Schulprojekt der politischen Bildung in Deutschland. Rund 2,8 Millionen Schüler beteiligten sich bis jetzt an den Wahlen. An der Juniorwahl zur Europawahl 2019 beteiligen sich über 650 000 Jugendliche an bundesweit 2700 Schulen und weltweit deutsche Auslandsschulen. Unter anderem nahmen die Geschwister-Scholl-Schule, die Liebfrauenschule und das Goethe-Gymnasium aus Bensheim an den Juniorwahlen teil.

Hierbei war deutlich zu spüren, dass sich die Jugendlichen heute sehr stark für Umweltthemen interessieren. Mit einer Prozentzahl von 47,5 Prozent wurde an der Liebfrauenschule die Partei Bündnis 90/die Grünen gewählt. Als zweitstärkste Partei wurde die CDU mit 12,2 Prozent der Stimmen gewählt. Darunter lagen die SPD, FDP, Die Linke und die AfD. Es zeigt sich, dass die Meinungen der unter 18-Jährigen und die der Wahlberechtigten nicht sehr weit auseinander liegen. Yara Völker

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