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Lärmbelästigung gezielt bekämpfen

Archivartikel

Auf Initiative des Bundesrates soll es zur Lärmminderung ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen für Motorräder geben. Doch das ist diskriminierend und verkennt die wahre Ursache des Problems.

Es ist unumstritten, dass der Fahrstil einiger Motorradfahrer zu einem erhöhten Lärmaufkommen führt. Besonders bei schönem Wetter zieht es zum Leid vieler Anwohner zahlreiche Biker nach draußen. Allerdings tragen auch Autos in erheblichem Maße zur Lärmbelästigung bei. Wer mit Bleifuß im getunten 3er-BMW den Berliner Ring entlang donnert, ist keinen Deut besser als der geltungsbedürftige Biker auf seiner Tour durch den Odenwald. Ganz im Gegenteil, gerade wir an der Bergstraße profitieren vom Tagestourismus. Viele Ausflügler kommen mit ihren Motorrädern in unsere Region, um die Natur und kulinarische Vielfalt kennenzulernen. Ob Spargel, Kochkäseschnitzel oder Wein, die hessische Bergstraße lebt von ihrer gastronomischen Exzellenz, die bei schönem Wetter Tausende Tagesgäste anzieht. Geht es nach dem Bundesrat, gehören solche Ausflüge künftig der Vergangenheit an. Da möchte man doch fragen, wie stattdessen das regionale Gewerbe gestärkt werden soll. Die Anreise mit dem emissionsfreien Lastenfahrrad dürfte sich als schwierig gestalten.

Anstelle eines pauschalen Fahrverbots für Motorräder braucht es ein zielgerichtetes Vorgehen gegen laute Fahrzeuge. Dabei spielt es keine Rolle, ob dafür der Autofahrer oder Biker verantwortlich ist. Denn nur wer gezielt gegen einzelne Störenfriede vorgeht, kann Lärmbelästigung effektiv bekämpfen und gleichzeitig die Türen für Tagestourismus offen halten. Marvin Zubrod

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