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Entspannung Urlaub in den kleinen kroatischen Orten belohnt mit alten Steinhäusern, Natur und unendlicher Ruhe

Land der Vize-Weltmeister

Archivartikel

Dass die Kroaten ausgelassen feiern können, haben sie die vergangenen Wochen während der für sie überraschend erfolgreichen Fußball Weltmeisterschaft schon unter Beweis gestellt. Aber auch unabhängig vom Fußballerfolg ist Kroatien ein Land, das in den vergangenen Jahren immer bekannter geworden ist. Noch vor knapp 20 Jahren traute sich kaum jemand in das kleine Gebiet am Adriatischen Meer. Der gerade beendete Krieg und die andauernden Konflikte in der Balkanregion hatten ihre Spuren hinterlassen: zerstörte Orte, Einschusslöcher in Hauswänden und Warnungen vor Landminen.

Heutzutage ist das fast 57 000 Quadratmeter große Kroatien zu Recht eines der beliebtesten Urlaubsziele in der Balkanregion. Zwei zu kurze Wochen verbrachte ich dieses Jahr „unten“. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn mein Urlaub begann mit Familienzeit in einem kleinen Dorf im Süden des Landes. Nach 14 Stunden Fahrt, denn durch ein kaum existentes öffentliches Verkehrssystem ist es sehr viel bequemer mit dem Auto anzureisen und dieses im Urlaub zu nutzen, war der anstrengende Teil der Reise vorerst geschafft. Der Trip durch Deutschland, Österreich, Slowenien und fast ganz Kroatien hat sich gelohnt.

Die Stadt Imotski ist wahrlich kein Touristenmagnet. Der Rote und der Blaue See sind zwar einigermaßen berühmt, und die Stadt hat alles zu bieten, was man für das alltägliche Leben braucht. Aber ohne direkten Zugang zum Meer findet hier kaum ein Urlauber hin. Aber das ist auch gut so. In den umliegenden Dörfern kann man so noch die reinste Form des Urlaubs genießen. Alte Steinhäuser, Natur und unendliche Ruhe. Nur wenn die Bewohner morgens auf ihre Felder fahren und rechtzeitig vor der Mittagshitze zurückkommen, hört man hie und da das knatternde Getriebe einiger Fräsen und Traktoren. Und durch einen neu gebauten Tunnel erreicht man auch das Meer in einer knappen halben Stunde.

Baka Voda, Brela, Makarska und Omis sind das genaue Gegenteil von einem idyllischen Bergurlaub. Die kleinen Küstenstädte sind wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Dem südländischen Flair kann man in den kleinen, engen Gässchen der Städte nicht entkommen. Kulinarisch wichtig: frischer Fisch, Meeresfrüchte und Cevapi. Die Preise haben sich zwar dem Tourismus angepasst, in vielen Restaurants kann man aber für knapp 100 Kuna (circa 13 Euro) sehr gut essen.

Die Orte verbildlichen aber auch, wie sehr Kroatien im Sommer von Touristen überflutet wird. Wenn man aber weiter die Küste entlang streift, findet sich immer ein Strandabschnitt, der noch genug Platz bietet. Jeder, der hier feinen, weißen Sand erwartet, sei jedoch gewarnt. An der Adriaküste hat der Steinstrand das Sagen. Das ist vielleicht auf den ersten Blick etwas hart und unangenehm, mit einer Isomatte im Gepäck lernt man es aber ab der ersten Sekunde sehr zu schätzen, nicht mehr jeden Abend mehrere Kilo Sand aus den Taschen leeren zu müssen. Außerdem ist es nur dank dieser Begebenheit möglich, dass das Adriatische Meer immer strahlend blau ist und man sogar ohne Taucherbrille und Schnorchel Fische und Seeigel im Wasser beobachten kann.

Ein paar Kilometer weiter befindet sich die zweitgrößte Stadt Kroatiens: Split. Die dalmatinische Großstadt ist für ihren Hafen und den gut erhaltenen Diokletianpalast, errichtet vom gleichnamigen römischen Kaiser, bekannt. Weiter im Norden, kurz vor der Hauptstadt Zagreb, kann der wanderlustige Urlauber einen der beeindruckendsten Nationalparks der Welt besuchen: die Plitvicer Seen. Bei einer etwa achtstündigen Wanderung kann man die 16 durch Wasserfälle verbundene Seen bestaunen. Alisa Kavelj

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