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Mein liebes Fräulein

Archivartikel

Die Sommerferien sind noch nicht so lange vorbei, aber ich freue mich schon wieder riesig auf die Herbstferien. Meine Familie hat einen Urlaub in Spanien gebucht, um dem grauen deutschen Herbst zu entfliehen. Bei der Flugbuchung fiel mir jedoch auf, mit welcher Anrede ich eingecheckt wurde: Fräulein BAte. Da ich 16 Jahre alt und unverheiratet bin, sieht die Airline mich wohl nicht als vollständige Frau an (obwohl ich für das Flugticket selbstverständlich den vollen Preis bezahle). Eine Demütigung für alle selbstbewussten Frauen, schließlich wird „Fräulein“ im Sprachgebrauch für nichts anderes mehr benutzt, als aufmüpfige kleine Mädchen zu tadeln. Ein ähnlich frecher Bub würde vermutlich „kleiner Mann“ genannt. Nun also Fräulein. Wäre ich ein Junge – egal, welchen Alters – würde ich als Herr angesprochen. Voilà, da ist sie, die viel diskutierte Geschlechterungerechtigkeit. Und das kurz vor dem Urlaub, wenn ich mich eigentlich entspannen will. Aber gemeinsam mit dem Koffer wird am Flughafen ein veraltetes Rollenbild geliefert. Haben die Fluggesellschaften ein frauendiskriminierendes System entwickelt? Schließlich fliegen meistens männliche Piloten mit männlichen Co-Piloten, deren Team durch Flugbegleiterinnen aufgestockt wird. Aber nein, so ist es nicht. Obwohl bei englischsprachigen Airlines die Unterteilung in Mr., Mrs. und Ms. üblich ist, können potenzielle Passagiere bei der Auswahl von deutschen Gesellschaften wählen, welche Anrede-Optionen ihnen geboten werden. Während andere Airlines „Dr.“ oder „Prof.“ vorschlagen, bieten insbesondere Billigflieder gerne das „Fräulein“ an. Hier wird doch wohl nicht etwa an der Gleichberechtigung gespart? Bis neulich, Eure BAte

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