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Begleitetes Fahren Viele Jugendliche entscheiden sich dafür, den Führerschein mit 17 Jahren zu machen. Doch was sind die Vorteile?

Mit 17 hinterm Steuer auf der Straße unterwegs

Archivartikel

Vor 15 Jahren war das Bundesland Niedersachsen Vorreiter mit dem Modellversuch „Führerschein mit 17“. Ein Jahr später, im Jahr 2005 folgte Bayern. Rund zehn Jahre danach, im Jahr 2016 haben dann in Deutschland fast 340 000 Jugendliche die Fahrerlaubnis zum „Begleitenden Fahren mit 17“ abgelegt.

Welche Voraussetzungen benötigt man dazu? Neben dem Besuch des Theorieunterrichts in der Fahrschule muss man die theoretische und praktische Prüfung bestanden haben. Daraufhin erhält man eine Erlaubnis, begleitet fahren zu dürfen. Den eigentlichen Führerschein können Bergsträßer Fahranfänger dann mit Erreichen des 18. Lebensjahres bei der Zulassungsstelle in Heppenheim abholen. Doch bis dahin sitzt man auf der Fahrerseite und lenkt unter Anweisung der Begleitperson das Fahrzeug.

Mehrere Begleitpersonen möglich

Die Begleitperson muss den Führerschein ununterbrochen seit fünf Jahren besitzen und 30 Jahre alt sein. Wichtig ist auch, dass diese Person nicht mehr als einen Punkt beim Kraftfahrzeug-Bundesamt in Flensburg hat. In der Fahrerlaubnis kann mehr als nur eine Begleitperson angegeben werden, zu beachten ist aber, dass jede weitere, eingetragene Person auch zu weiteren Kosten führt. Der Vorteil des Begleitenden Fahrens ist, dass nachweislich den Führerscheinneulingen nur wenige Unfälle passieren. Und die Jugendlichen, die auf diese Weise Erfahrungen gesammelt haben, verursachen auch in der Phase des Alleinfahrens ab 18 Jahren weniger Unfälle, als die, die gleich ohne Begleitung unterwegs sind.

Ich selbst fühle mich derzeit auch viel sicherer, wenn während des Fahrens neben mir meine Begleitperson sitzt. Meist sprechen wir zu Beginn der Autofahrt die Strecke durch, die ich fahren soll. Am Anfang ist man als Fahranfänger noch sehr mit dem korrekten Schalten in die einzelnen Gänge und dem nicht allzu abrupten, heftigen Bremsen beschäftigt, um Autofahrer, die hinter mir fahren, nicht unnötig zu behindern.

Einen weiteren Vorteil sehe ich darin, dass man als Fahranfänger auch während der Fahrt mit seiner Begleitung über mögliche Gefahren sprechen kann. Wie zum Beispiel auf Parkplätzen von Einkaufszentren oder in Tiefgaragen großer Parkhäuser. In beiden Fällen hilft es durch die Erfahrung der Begleitung, die Geschwindigkeit besser einzuschätzen. Auch beim Anfahren am Hang bekommt man Tipps, wie man mit der Kupplung und dem Gaspedal variieren kann.

Mehr Sicherheit

In der Fahrstunde werden zwar die Grundregeln des Straßenverkehrs und des Fahrens unterrichtet, doch erst über das routinemäßige Fahren gewinnt man an Vertrauen im Straßenverkehr. Ich versuche noch, bis zu meinem 18. Geburtstag viel Erfahrung beim Fahren zu bekommen. Denn alleine zu fahren, ist derzeit für mich altersmäßig noch nicht möglich und ich finde, man bekommt durch die Begleitung auch viel mehr Sicherheit. Gute Erfahrungen habe ich auch mit dem Anfängerschild auf der Rückscheibe gemacht. Kleine Fahrfehler, wie das Abwürgen beim Anfahren, werden so von anderen Autofahrern nicht direkt mit Hupen bestraft.

Hat man dann die Zeit des begleitenden Fahrens überstanden, heißt es ab dem 18. Lebensjahr erst einmal Führerschein auf Probe. Innerhalb dieser Zeit werden Verstöße im Straßenverkehr viel strenger geahndet. Verboten ist für alle das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt am Steuer. Auch das sind Fahrverstöße: Wenn der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten wird oder wenn man zu schnell unterwegs ist und dabei geblitzt wird. Missachtet man diese Regeln, kann die Probezeit verlängert werden. Alexander Rhein

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