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Gamification Durch ein Treuepunktesystem, das Belohnungen vorsieht, kann man die Motivation steigern und das Verhalten bewusst steuern

Monotone Aufgaben spielerisch gestalten

Archivartikel

Es gibt Dinge im Leben, die einfach keinen Spaß machen. Meist sind das monotone oder langweilige Aufgaben, für die man sich von selbst kaum motivieren kann. Psychologen wissen längst, wie diese lästigen Aufgaben gestaltet werden müssen, dass sie dennoch von den meisten Menschen mit Freude und Elan bearbeitet werden. Das Zauberwort heißt an dieser Stelle Gamification. Die sogenannte Gamifizierung beschreibt den Einsatz von spielerischen Elementen, um Menschen zu motivieren und spielfremde, öde Kontexte interessanter zu gestalten. Doch wo begegnen wir ihr heutzutage tatsächlich?

Verhalten bewusst steuern

Wie wichtig Gamification in unserem Alltag ist, wird uns bewusst, wenn wir uns mit ihren Zielen näher beschäftigen. Sie ist nicht nur ein Mittel der Motivation, viel mehr ist es gleichzeitig eine Art, das menschliche Verhalten bewusst zu steuern. Nämlich insofern, dass Loyalität zum Aufgabensteller durch die spaßigen Elemente aufgebaut werden soll und zähe, trockene Lerninhalte vermittelt werden sollen. Sofort ist klar, dass uns Gamification vor allem im schulischen, studentischen und beruflichen Kontext begegnen muss. Aber auch im privaten Leben treffen wir immer häufiger auf spielerische Elemente – dem Smartphone sei Dank. Es ist inzwischen gang und gäbe, dass man Avatare zur Identifikation erstellt und entdecken kann, wie diese sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickeln.

Besonders beliebt bei Teilnehmern und Aufgabenstellern sind Fortschrittsbalken, meist verbunden mit dem Aufsteigen zu einem höheren Status, sei es die Entwicklung vom Anfänger zum Profi oder das Freischalten eines Bildes. Diesen Balken begegnen wir zum Beispiel beim Bezahlvorgang beim Online-Shopping. Dort, wo wir Schritt für Schritt die Daten eingeben und in einer Leiste nachvollziehen können, wie wir der heiß ersehnten Belohnung – in diesem Falle den bestellten Gegenständen – immer näherkommen. Auch jenseits der virtuellen Welt warten spielerische Elemente, immer mehr Läden bieten Treuepunktesysteme an, die potenzielle Kunden entweder mit Gutscheinen oder einer anderen Form der materiellen Belohnung locken.

Wie aus den letzten Sätzen herausgeht, liegt hier das Herz der Gamification, nämlich unser Bedürfnis, für unser Verhalten eine Anerkennung zu erhalten. Manche dieser Punktesysteme sind darüber hinaus mit Wettbewerben oder bestimmten Herausforderungen verbunden, zum Beispiel dann, wenn innerhalb einer gewissen Zeit die Punkte gesammelt werden müssen oder wenn es verschiedene Kategorien gibt, in denen Punkte vergeben werden.

Glücksgefühle steigern

Durch Gamification im Alltag wird nicht nur die Motivation der Teilnehmenden gesteigert, sondern auch das Glücksgefühl. Dies ist vor allem darin begründet, dass Menschen spielende Lebewesen sind, die vor der Einschulung allein durch das spielende Entdecken, ihr Wissen erweitern und Fähigkeiten einüben. Längst ist bewiesen, dass die Wissenserweiterung selbst ein Grundbedürfnis des Menschen darstellt. Daher lohnt es sich stets, selbst zu versuchen, mehr Spiel in das eigene Leben zu integrieren. Wie wäre es damit, zum Beispiel einmal einen Fortschrittsbalken für den Haushalt zu erstellen und sich beim Freischalten eines neuen Levels beispielsweise mit einem Kinobesuch zu belohnen? Sophia Rhein

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