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Erfahrungsbericht Nach zehn Semestern steht für Lehramtsstudenten das erste Staatsexamen an

Nächster Schritt für angehende Lehrer

Archivartikel

Lehrer gilt für viele als der Traumjob, doch kaum ein anderer Weg in die Berufswelt ist so lang wie der eines Lehramtsstudierenden. Die Regelstudienzeit beträgt meist zehn Semester, auf welches im Anschluss das erste Staatsexamen folgt (heute stattdessen oft der Master of Education). Danach müssen sich junge Referendare in der Praxis beweisen, bevor das zweite Staatsexamen absolviert wird. Vor einigen Wochen hatte ich berichtet, wie in Hessen die schriftlichen Prüfungen des ersten Staatsexamens von angehenden Lehrkräften aussehen, nun habe ich endlich auch die mündlichen Prüfungen hinter mich gebracht.

Auch wenn ich damals noch das Gegenteil behauptet hätte, haben mir die Vorbereitungen auf die mündlichen Prüfungen und die Prüfungssituationen diesmal wirklich Spaß gemacht. Denn im Gegensatz zu den meisten Klausuren und Hausarbeiten, die ich während des Studiums ablegen musste, war in allen mündlichen Prüfungen ein eindeutiger Praxisbezug zur Schule erkennbar. Die Prüfungen waren zusammen so ausgelegt, dass alle drei Kompetenzen eines guten Lehrers, nämlich pädagogisches Wissen, fachliches Wissen und fachdidaktisches Wissen, geprüft wurden.

Vorbereitete Unterrichtsstunde vorstellen

In einer Psychologieprüfung musste ich unter Beweis stellen, inwiefern ich mit Lernschwierigkeiten eines Schülers umgehen werde und zeigen, wie ich meine Schüler später motivieren möchte. Die Französischprüfung dagegen bestand aus einem landeskundlichen und gesellschaftlichen Teil und zwei fachdidaktischen Themen, zu welchen ich jeweils eine Doppelstunde Unterricht vorbereiten musste.

Die oben angesprochenen Merkmale eines guten Lehrers – pädagogisches, fachliches und fachdidaktisches Wissen – sind vor allem deshalb wichtig, da gute Lehrkräfte, eine positive Wirkung auf ihre Schüler haben. Sobald ein Schüler einen Lehrer mag, beginnt er, sich mehr Mühe in den Unterrichtsstunden zu geben. Gleichzeitig führt es dazu, dass die Schüler sich eher auf den Unterricht freuen und die Inhalte tatsächlich auch interessanter finden.

Nun steht das Referendariat an

Doch obgleich ich nun die Goethe-Universität mit dem ersten Staatsexamen verlassen werde, wartet nun der zweite Teil meiner Ausbildung: Der Vorbereitungsdienst, welcher zu meist als Referendariat bezeichnet wird und in den meisten Bundesländern vier Semester dauert.

Auch wenn diese Zeit sicherlich ebenfalls kein Zuckerschlecken für mich sein wird, freue ich mich auf die neue Lebensphase, in der die Theorie die Praxis im Klassenzimmer ablöst. Sophia Rhein

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