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Journalismus Am 3. Mai ist der Welttag der Pressefreiheit / Lage in Europa hat sich gewandelt

Öffentliche Debatten anstoßen

Archivartikel

Der Welttag der Pressefreiheit wurde im Dezember 1993 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt. Er wird jedes Jahr am 3. Mai gefeiert und bietet einen guten Anlass, um den aktuellen Status der Pressefreiheit zu bewerten.

Die vergangenen Jahre haben es deutlich gezeigt: Die Medienfreiheit ist auch in Europas Demokratien bedroht. Gesetze und Einflussnahme durch Politiker sind dafür verantwortlich. Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat sich in keiner anderen Weltregion die Lage der Pressefreiheit so sehr ins Negative gewandelt wie in Europa. Auf der Rangliste der Pressefreiheit der ROG geben vor allem ost- und südosteuropäische Länder ein trauriges Bild ab.

In manchen Ländern drohen Journalisten Gefängnisstrafen

Demokratien leben von der öffentlichen Debatte und vor allem von Kritik. Wer unbequeme Meinungen beschimpft und diese pauschal als falsch abtut, zerstört ganz bewusst die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft. Leider erleben wir das immer mehr in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. In Ländern wie Tschechien oder der Slowakei fielen Politiker durch Anfeindungen, Beschimpfungen und juristische Maßnahmen gegen Journalisten auf. Kritische Journalisten werden als Verräter verunglimpft. So mancher Journalist im Ausland muss Angst haben, eingesperrt oder gar umgebracht zu werden. Das, was eigentlich Normalfall sein sollte, ist es mittlerweile leider nicht mehr. Viel zu viele Länder auf dieser Welt zeigen, wie schnell Errungenschaften, die selbstverständlich scheinen, kippen können. Verglichen damit, steht es um die Medienarbeit in Deutschland recht gut. Zwar sahen sich Journalisten in Deutschland in der Vergangenheit ebenfalls mit Anfeindungen aus der Gesellschaft konfrontiert, es muss jedoch niemand Angst haben weggesperrt zu werden.

Dennoch haben auch wir hier ein Problem: Aufgrund von bestimmten Sichtweisen, die gegen den Allgemeinkonsens gehen, werden Journalisten von der Gesellschaft und Politikern aus dem jeweils anderen Spektrum verbal zerrissen. Journalisten müssen sich der Meinung des Mainstreams fügen oder die Klappe halten. Die Welt hat sich in „schwarz“ und „weiß“ aufgeteilt – Grauzonen sind nicht mehr zulässig. Totschlagargumente wie solche, dass alles was nicht links ist, nur rechts sein kann, verhindern einen öffentlichen Diskurs in den Medien, wie er eigentlich geführt werden sollte. Wir haben es heutzutage nun einmal mit komplexen Problemen zu tun, die komplexe Lösungen fordern und es sollte nicht falsch sein heikle Themen beim Namen zu nennen. Antje Heitland

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