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Demonstrationen Seit Monaten gibt es in Frankreich immer wieder Proteste gegen die Regierung. Was macht dies mit der Hauptstadt?

Paris nach den Protesten der „Gelbwesten“

Abgebrannte Autoreste zwischen noch intakten Fahrzeugen, zersplitterte Schaufenster an fast jedem Geschäft auf der bekannten Einkaufsstraße Les Champs-Élysée und an etlichen Hauswänden Graffiti mit Parolen auf Französisch, die den Kapitalismus und die Regierung Frankreichs verfluchen. Diese Eindrücke prägen aktuell das Straßenbild großer Teile von Frankreichs Hauptstadt. Die Pariser Bevölkerung ist inmitten von Protesten der sogenannten „Gelbwesten”, auf französisch „Mouvement des Gilets jaunes”, die gegen ihre Regierung auf die Straße gehen.

Forderungen an die französische Regierung und insbesondere an den Präsidenten Emmanuel Macron lassen viele Franzosen jeden Samstag auf die Straße gehen. Ihr Ziel ist eine Durchsetzung der Energiewende in Frankreich, die Senkung aller Steuern, die Anhebung des Mindestlohns und der Renten sowie die Einführung eines basisdemokratischen Referendums, durch das politische Belange stärker von der Gesellschaft mitgestaltet werden können.

Keine einheitliche politische Ausrichtung

Immer wieder gibt es gewalttätige Ausschreitungen von radikalen Demonstranten, die gewaltsam ihre Zeichen setzen möchten. Die politische Ausrichtung der Gelbwesten ist nicht einheitlich. Sie reicht von extremen Nationalisten bis zu anarchistischen Aktivisten.

Trotz des radikalen Straßenbildes und den immer wieder kehrenden schockierenden Überschriften in Zeitungen von gewaltsamen Protesten, hat man in Paris den Eindruck, dass das Gröbste vorbei ist. Einige Erfolge kann die Bewegung nämlich bereits verzeichnen. Frankreichs Regierung veröffentlichte einen Plan zur Aussetzung der Steuererhöhungen für sechs Monate. Ebenfalls vier konkrete, kurzfristig umzusetzende Maßnahmen, die auf die Erhebungen eingehen, kündigte die Regierung an.

Man hat den Eindruck, dass dieser Durchbruch der Bewegung die Demonstranten ruhiger stimmt. Vor einem Besuch in Frankreich sollte man keine Angst haben. Das alltägliche Leben in der Großstadt geht weiter und man kann die Auswirkungen eines politischen und gesellschaftlichen Aufstandes beobachten. Yara Völker

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