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Wahlen Mitglieder der Bensheimer Gemeinde Sankt Georg geben am 9. und 10. November ihre Stimme für ihre elf Wunschkandidaten ab

Pfarrgemeinderat: „Kirche gemeinsam gestalten“

Demokratie gibt es nicht nur bei politischen Wahlen, vielmehr ist sie der Motor moderner Gesellschaften – selbst im kleinsten Rahmen, wie zum Beispiel in der Schule bei der Entscheidung über den Klassensprecher. Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. November, zieht die Demokratie in das Haus Gottes ein, da die Mitglieder der Sankt Georg Kirche einen neuen Pfarrgemeinderat unter dem Motto „Kirche gemeinsam gestalten“ wählen werden.

Eine rein deutsche Institution

Pfarrgemeinderäte sind Gremien der katholischen Kirchengemeinden, welche es seit dem Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) nur in Deutschland gibt und deren Aufgabenbereiche weit über die der Pastoralräte in anderen Ländern hinausgehen. Dadurch wird sichtbar, welche Möglichkeiten der Mitgestaltung in der katholischen Kirche für jeden einzelnen Gläubigen bestehen. Pfarrgemeinderäte arbeiten mit der Grundannahme, dass alle Christen eine gemeinsame Verantwortung teilen und sind an allen die Kirche betreffenden Fragen beratend oder entscheidend beteiligt. Dabei erfüllen sie ehrenamtlich zahlreiche Aufgaben, welche die Bereiche Jugendarbeit, Gottesdienste, Krankenhäuser, Seelsorge oder Öffentlichkeitsarbeit betreffen können. Der Pfarrgemeinderat ist dafür verantwortlich, welche Schwerpunkte sich eine Kirchengemeinde setzen kann und welche Ziele wie verwirklicht werden sollen.

17-Jähriger strebt Amt an

Dass die Ziele vor allem in der Verbesserung der Jugendarbeit liegen sollen, ist der Wunsch von Carlos Santos de Lima, denn obgleich viele Jugendliche den Kirchenbesuch meiden, entscheidet die Jugend über die Zukunft der katholischen Kirche. Der 17-Jährige ist offiziell noch zu jung für eine Wahl in das Gremium, darf sich aber aufgrund einer Bestätigung des Bischofs dennoch als Kandidat aufstellen lassen. Sein Motto: „Kirche ist ein bisschen eingeschlafen und verstaubt, die Sankt Georg soll moderner werden.“ Um dieses Ziel erreichen zu können plant Santos de Lima einen Jugendgottesdienst, der einmal im Monat stattfinden soll, bisher wurde für diese Zielgruppe leider kein Gottesdienst angeboten. Wichtig ist ihm hierbei, dass die Predigt auf die Jugend ausgerichtet ist und danach Zeit für ein Zusammenkommen geschaffen wird, durch welche eine Verbindung zur Kirche aufgebaut werden kann. Auch die Rolle der Jugend bei der Vorbereitung des Pfarrfestes soll sich verändern, Jugendliche sollen nun mehr Möglichkeiten bekommen, ihre eigenen Ideen in das Event einbringen zu können.

Da jede Stimme die Kandidaten unterstützt, ist die Gemeinderatswahl ein schöner Anlass, endlich der Politikverdrossenheit zu entfliehen und anderen Bensheimern für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Teilnahme an der Wahl zu danken. Wer keinen Stimmzettel für eine Briefwahl erhalten hat, oder diesen verloren hat, kann am kommenden Wochenende trotz allem den elf Wunschkandidaten seine Stimme geben. Sophia Rhein

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