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Interview I Die BAnane-Mitarbeiterin Alisa hat sich mit Anna zum Gespräch getroffen, die in ihrem Alltag versucht, weitgehend Plastik zu vermeiden

Plastikfrei leben – ohne Verzicht

Archivartikel

Leben ohne Plastik bedeutet nicht, auf alles zu verzichten, in einer Höhle zu leben und vollkommen frustriert auf teure Ersatzprodukte zurückgreifen zu müssen. Es bedeutet, aus der eigenen Komfortzone ein Stück herauszubrechen und über die Folgen eines Kaufs nachzudenken.

Natürlich ist es gerade am Anfang nicht das Ziel, komplett ohne Plastik auszukommen, aber ein Verzicht auf unnötig verpackte Produkte hilft der Umwelt schon ein Stückchen weiter, und derjenige, der den immer weniger werdenden Hausmüll rausbringen muss, freut sich auch über weniger Arbeit.

Drei Arten von Kunststoff

Es gibt drei Arten von Kunststoff. Thermoplaste sind die, die wir im Alltag am häufigsten, beispielsweise in Form von Verpackungen, nutzen. Sie sind durch Erhitzen beliebig oft verformbar. Duroplaste sind harte Kunststoffe, die unter anderem in einem Lichtschalter eingesetzt werden. Elastomere lassen sich elastisch verformen und werden daher gerne in Reifen verwendet. Plastik wird entweder aus Erdöl oder aus synthetisch gewonnenen Rohstoffen hergestellt. Das Material ist in den meisten Fällen nicht recycelbar und landet oft in den Gewässern und im Endeffekt, durch die Aufnahme von Nahrung, wieder bei uns selbst.

Die BAnane hat mit Anna (25) gesprochen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, weitgehend plastikfrei zu leben.

Wie kamst du dazu, plastikfrei zu leben?

Anna: Ich bin durch Dokumentationen darauf aufmerksam geworden, wie viel durch Plastik zerstört wird. Bei einem Beach Clean Up am Rhein habe ich mich dazu entschlossen, diesen Plastikwahnsinn nicht mehr zu unterstützen. Ich habe all meine nicht nachhaltigen Sachen aufgebraucht und sie nach und nach durch Produkte ersetzt, die ich im Unverpacktladen gekauft, selbst hergestellt oder einfach recycelt habe.

Wie läuft dein Vorhaben?

Anna: Bis jetzt läuft alles super, wir haben hier in Auerbach und Lorsch Unverpacktläden mit einer großen Auswahl und alles, was ich dort nicht bekomme, kann ich einfach selbst herstellen. Das macht auch richtig Spaß – als stünde man in einem Labor, nur eben zuhause.

Was sagen die Leute um dich herum zu deinem neuen Lebensstil?

Anna: Das ist ganz unterschiedlich. In Supermärkten wird man oft komisch angeschaut, wenn man loses Obst und Gemüse auf dem Laufband hat. Aber meistens sind solche Dinge kein Problem. Zuhause werde ich darin unterstützt. Mein Freund kauft sich auch gerne mal eine in Plastik verpackte Tiefkühlpizza, aber im Großen und Ganzen findet er die Idee super und schaut sich vieles ab. Alisa Kavelj

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