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Grönlandhaie Die Meeresbewohner werden bis zu 400 Jahre alt

Rekordhalter aus der Arktis

Archivartikel

Sie leben in zwei Grad kaltem Wasser und bewegen sich mit 1,4 Stundenkilometern fast schon in Zeitlupe. Es ist aber nicht schlimm, dass Grönlandhaie gerade mal halb so schnell sind wie eine Robbe, sie haben viel Zeit. Grönlandhaie werden mehrere hundert Jahre alt, sie sind die ältesten Wirbeltiere, die wir kennen.

Die Tiere leben im Eismeer vor den Küsten Kanadas, Grönlands, Norwegens und Spitzbergens. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kadavern anderer Meeresbewohner oder schlafenden Robben. Die Kälte lässt ihren Organismus auf Sparflamme laufen, weshalb das hohe Alter von bis zu 400 Jahren überhaupt erst möglich ist.

Forscher des Grønlands Naturinstitut untersuchten 28 Haie aus dem Nordatlantik. Diese waren zwischen 80 und 500 Zentimetern lang. Mit der Kohlenstoff-14-Methode wurden die Augenlinsenkerne der Tiere untersucht. Damit können Proteine analysiert werden, die sich schon vor der Geburt der Tiere bilden. Durch die Messung der Kohlenstoff-14-Werte, die durch Strahlung zustande kommen, kann in etwa festgestellt werden, wann die Haie geboren wurden. Das Älteste der untersuchten Tiere dürfte somit 392 Jahre alt sein. Diese lange Lebensspanne ist biologisch in den Haien verankert und für die Fortpflanzung notwendig. Schon vorher war bekannt, dass weibliche Grönlandhaie erst ab einer Länge von vier Metern Nachwuchs bekommen. Da Größe und Alter miteinander in Verbindung stehen, ist jetzt auch klar, dass die Haiart erst mit 130 bis 170 Jahren die Geschlechtsreife erlangt – auch das ist unter den Wirbeltieren ein Weltrekord. Alisa Kavelj

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