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Seife & Co. In vielen Produkten finden sich Spuren vom Borstentier

Schwein gehabt oder große Sauerei?

Archivartikel

Schweinefleisch ist das in Deutschland am meisten verzehrte Fleisch. Mit einem Anteil von 36,4 Prozent am gesamten Fleischkonsum nimmt das Schwein den ersten Platz vor dem Huhn (31 Prozent) und dem Rind (21,8 Prozent) ein, wie die Heinrich-Böll-Stiftung in ihrer Broschüre „Iss was?! Tiere, Fleisch & ich“ (2016) ermittelte.

Doch nicht nur auf dem Teller finden sich Spuren der jährlich rund 60 Millionen geschlachteten Schweine, denn durchschnittlich wird nur die Hälfte jedes Mastschweins für die Fleischproduktion genutzt. Der Rest landet in Süßspeisen, Kosmetika und Baustoffen.

Gummibärchen, Lakritze und Pudding werden oft mit Gelatine hergestellt, einem Stoffgemisch aus tierischen Proteinen. Auch bei der Herstellung von Medikamentenkapseln wird Gelatine genutzt. Getränke, darunter Fruchtsäfte und Wein, werden durch Gelatine gefiltert, damit die Flüssigkeit klar wird. Das deutsche Reinheitsgebot verbietet allerdings, dass Bier durch Gelatine gefiltert wird. Wichtige Information für Vegetarier und Muslime: Auch Brot werden Reste der Schweinefleischproduktion zugefügt. Eiweiß aus Schweinehaar wird verwendet, um den Teig aufzulockern.

Sogar Zahnpasten, Seifen und Waschmittel beinhalten häufig Fettsäuren aus Schweineknochen. Gesichtscremes und -masken wird Kollagen beigemischt, das aus Schweinegewebe besteht. Auch im Baumarkt finden sich tierische Ingredienzien, beispielsweise in Farben und Leim.

Für Verbraucher ist es häufig nur schwer zu erkennen, ob in einem Produkt Bestandteile vom Schwein stecken, sofern jene nicht als vegetarisch, vegan oder halal/helal gekennzeichnet sind. Moritz Müller

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