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US-Wahlen I Traditionell sind die Amerikaner alle vier Jahre am Dienstag nach dem 1. November aufgerufen, über einen neuen Präsidenten zu entscheiden

„The winner takes it all“

Archivartikel

Häufig ist die Rede davon, dass morgen einer der mächtigsten Menschen der Welt gewählt wird. Tatsächlich findet am 3. November jedoch nur eine von vielen Etappen statt, die schlussendlich zur Ernennung des neuen US-Präsidenten führen. Doch wie, wenn nicht durch die morgige alles entscheidende Wahl, wird man denn US-Präsident?

Mit Vorwahlen geht es los

Die erste Etappe beginnt traditionell bereits im Februar mit den ersten Vorwahlen. Hier bestimmen je nach Bundesstaat entweder alle wahlberechtigten Bürger oder die Mitglieder einer Partei Delegierte, die anschließend einen Präsidentschaftskandidaten nominieren dürfen. Dieser Prozess endet meist im Juni mit der Wahl des Präsidentschaftskandidaten auf dem nationalen Parteitag. Dieses Jahr zogen sich die Vorwahlen aufgrund der Pandemie jedoch bis in den August.

Sobald ein Kandidat feststeht, beginnt in den USA der Wahlkampf. Bei den Ergebnissen gibt es traditionell sehr viele regionale Unterschiede. Denn in der Vergangenheit zeigte sich, dass manche Staaten stets rot (Republikaner) oder blau (Demokraten) wählen, während die Swing States unberechenbar bleiben.

Seit vielen Jahrzehnten gewinnen die roten Republikaner regelmäßig in Kansas, Oklahoma und Texas und die blauen Demokraten in Minnesota, New York und Kalifornien. Zu den entscheidenden Swing States gehören Florida, Michigan, Pennsylvania und Wisconsin.

Einer kriegt alle Wahlmänner

Am Dienstag nach dem 1. November wählen dann in allen Staaten die wahlberechtigten Bürger der Vereinigten Staaten insgesamt 538 Wahlmänner, die das Electoral College bilden und im Dezember den Präsidenten wählen. Unabhängig von der prozentualen Verteilung der Stimmen in einem Staat erhält die überlegene Partei alle Wahlmänner, während der Verlierer leer ausgeht. Die Anzahl der Wahlmänner variiert je nach Einwohnerzahl des Bundesstaates, wobei jedoch nicht jeder Wahlmann gleich viele Wähler repräsentiert.

Am 20. Januar 2021 wird dann der neue Präsident vereidigt und seine vierjährige Legislaturperiode beginnt. Grundsätzlich ist in den Vereinigten Staaten eine Wiederwahl möglich. Sophia Rhein

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