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„Toleranz, Vielfalt und Freiheit bewahren“

„Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf.“ Mit diesen Worten eröffnete die Sozialdemokratin Marie Juchacz im Februar 1919 ihre Rede vor der Weimarer Nationalversammlung. Es war die erste Rede einer Frau in der deutschen Geschichte des Parlamentarismus. Heute, mehr als 100 Jahre später, gibt es immer noch Vereine, die Frauen die Mitgliedschaft verwehren. Wer glaubt, dass diese Aufrechterhaltung dem allgemeinen Wohl diene, wer glaubt, dass die systematische Ausschließung einer gesellschaftlichen Gruppe Teil der Kunst sei, der verschließt sich nicht nur dem Laufe der Zeit, sondern der stellt sich auch jeglichen Versuchen entgegen, die letzten verbliebenden geschlechterspezifischen Ungerechtigkeiten im 21. Jahrhundert zu beenden.

Gerade in Zeiten, in denen Migration und Kulturvielfalt Gegenstand kontroverser Debatten sind, müssen auch Vereine ethnischer Minderheiten offen für jedermann sein, wenn sie die gemeinsamen Grundwerte der Toleranz, der Vielfalt und der Freiheit bewahren wollen. So ist es nur konsequent, dass Olaf Scholz Vereinen die Gemeinnützigkeit entziehen möchte, wenn sich diese der gesamtgesellschaftlichen Errungenschaft des Miteinanders verweigern. Denn wer in einer vielfältigen Gesellschaft lebt, gleichzeitig aber von einem einfältigen Vereinsbild träumt, der trägt weder zum Wohl der Allgemeinheit bei, noch kann er steuerlich begünstigt werden. Marvin Zubrod

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