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Eigene Meinung Hessen zeichnet Bildungseinrichtungen im ganzen Land aus – doch das greift zu kurz

Umweltschule: Mehr Schein als Sein?

Archivartikel

Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“; damit zeichnet das Land Hessen jährlich mehrere Schulen aus. Gewürdigt wird die „Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“. Über hundert waren es alleine im Jahr 2017. Ein Jahr später wurden in Nord- und Oberhessen nochmal 83 Schulen auf diese Weise hervorgehoben.

Umweltschule können Schulen werden, die sich mit besonderen Projekten für das Klima, Tiere oder die Natur einsetzten. So werden zum Beispiel Insektenhotels gebaut, Glasflaschen statt Plastikflaschen ausgegeben oder Streuobstwiesen in Projekttagen gepflegt. Auch in unserem Kreis dürfen sich mehrere Schulen über die Jahre verteilt über den Titel „Umweltschule“ freuen. Darunter zum Beispiel das Alte Kurfürstliche Gymnasium in Bensheim, die Pestalozzischule in Lampertheim oder auch die Werner-Von-Siemens Schule Lorsch.

Aber wie viel sagt dieser Titel wirklich? Denn was bringt die Auszeichnung tatsächlich, wenn ich zwar auf der einen Seite auf Plastikflaschen verzichte, aber auf der anderen Seite mich von einschlägigen Milchfirmen kaufen lasse und abgepackte Milch- und Kakaopäckchen in meiner Cafeteria anbiete? Was bringt es wirklich, wenn diese leeren Minitetrapacks dann im normalen Müll landen, obwohl eine gesonderte Entsorgung viel sinnvoller wäre? Und was genau ist der Sinn hinter dem ganzen Klimaschutz, wenn ich durch solche Maßnahmen eigentlich nur noch mehr zur Müllproduktion beitrage als mit den herkömmlichen PET-Pfandflaschen? Wie immer muss man also hinter die Fassade blicken und genau hinsehen, was das Prädikat „Umweltschule“ überhaupt beinhaltet. Cara Metzner

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