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Abiball Die Planung für die Abschlussfeier beginnen bereits ein Jahr vorher, da es einiges zu beachten gilt

Unvergesslich, aber auch anstrengend

Archivartikel

Während der Vorbereitungszeit des Abiturs gibt es Schüler, die sich noch eine weitere Bürde auferlegen. So ist es Tradition, dass das Abitur mit vielen weiteren Aktionen in Verbindung steht. Beispielsweise dem „Abi-Sturm“ oder „Abi-Streich“. Aber die wohl wichtigste Feier dieses schulischen Abschlusses ist der Abiball. Bei diesem kommen die Schüler einige Tage nach der Zeugnisvergabe mit ihren Familien zusammen und feiern ein Fest mit Essen, Musik und Tanz. Alle kleiden sich festlich, und es ist immer ein erinnerungswürdiges Erlebnis. Die Gäste bekommen von dem Stress, der hinter der ganzen Organisation dieses großen Projektes, wenn überhaupt, nur sehr wenig mit. Viele jugendliche Schüler lernen in dieser Zeit erstmals, wie kompliziert es sein kann, große Events ganz allein und ohne Hilfe zu finanzieren und auf die Beine zu stellen.

Suche nach Location stellt Schüler vor Herausforderungen

Vor einigen Jahren war das alles vergleichbar einfacher. Man ist zur Stadt gegangen oder hat die eigene Schule gefragt, ob man die Turnhalle benutzen dürfe und hat dann dort gefeiert. So ist das heute meist nicht mehr. Vereinzelte, sehr engagierte Schüler einer Heppenheimer Schule waren schon kurz davor, einen Brief an die Stadt zu schreiben und den Bürgermeister um persönliche Unterstützung zu bitten. Der Grund dafür: Man hatte keine Location. Und das nicht aus dem Grund, dass man zu wenig Geld hatte und nun keine gerechte Summe an Miete zahlen konnte. Die Schüler bekamen entweder Absagen, wurden ignoriert oder es wurden hohe Summen gefordert. Meist lautete die Begründung dafür, dass man generell keine Jugendgruppen annehme und man deshalb nicht vermiete. Einige Vermieter haben sicherlich ihre Gründe dafür, dass sie ihre Halle nicht vermieten. Aber die Schüler, welche diese Anträge stellen, sind die Letzten, die etwas für das Fehlverhalten ihrer Vorgänger können. Zudem wird bei der Finanzierung des Abiballs mit eingeplant, dass man Geld für eine Party-Versicherung benötigt. Diese deckt dann auch in den meisten Fällen Sachschäden.

Allein um an dieses Geld zu kommen gibt der gesamte Abiturjahrgang ein Jahr lang alles. Das liegt daran, dass davor ja der vorherige Jahrgang das Geld einsammelt und man somit warten muss, bis diese fertig sind. Also wird fleißig Kuchen gebacken, es werden Sponsoren angefragt und auf Festen Essen und Getränke verkauft. Dieses Geld fließt dann größtenteils in den Abiball. Dieser konnte 2020 leider aufgrund der Coronasituation nicht stattfinden, was viele sehr bedrückte.

Einige Schulen aber atmeten auch auf, da sie einfach keine Location bekommen hatten und damit wirklich Probleme hätten. In solchen Fällen sollte man eine einheitliche Lösung finden und über die Schule oder eben die Stadt einen Ausweg finden, durch den die Schulabgänger einen letzten gemeinsamen Abend haben können.

Geldsammeln wird für Jahrgang 2020/21 zu einem Problem

Ob 2021 Abibälle stattfinden können, steht in den Sternen. Geht es mit der Coronalage weiter wie bisher und die Zahlen sinken weiter, dann stehen die Chancen gut. Aber den Abiturienten steht nun eine ganz neue Hürde, neben dem Location-Problem, welches immer noch präsent ist, im Weg. Man konnte nun mehr als ein halbes Jahr kein Geld einsammeln, da es aktuell nicht möglich ist, Essensstände zu organisieren. Auch an Sponsoren mangelt es erheblich. Aktuell müssen sich viele Betriebe um ihre eigene Existenz und die ihrer Mitarbeiter kümmern. Da bleibt kein Geld für einen Abschlussball von Schülern. Marco Mautry

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