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Vergessen

Es ist hart aufzuwachen, und sich an das zu erinnern, was man eigentlich vergessen wollte. Es ist hart aufzuwachen neben einer Person, die man kaum kennt, kaum mag, nie vorher gesehen hat. Warum tun wir Menschen das? Hetzen von einer Person zur nächsten, wollen nie allein sein, können uns nicht ertragen. Wir können uns nicht ertragen, wenn wir alleine sind. Weil unsere Gedanken zu laut sind, unsere Gefühle in Farben explodieren. Wie wild improvisierte Gemälde an der Wand sprenkeln wir unsere Emotionen in die Herzen anderer Menschen. Merken nicht, dass wir rot in blau in grün in schwarz übertönen. Merken nicht, dass wir Spuren hinterlassen, farbige Spuren in den narbigen Einkerbungen auf der Haut unserer Mitmenschen. Klinge ich wirr für dich? Klinge ich, als sei ich gefangen im Karussell meiner verrückten Gedanken? Mag sein. Doch wenigstens denke ich darüber nach. Denn ich vergesse nichts, selbst wenn ich es wollte. Denn ich versuche, zu verstehen, selbst wenn ich es nicht könnte. Denn ich versuche in deine Gedanken zu kommen, selbst wenn ich es leugne. Also was ist der Sinn des Ganzen? Kompensieren wir nicht aufgearbeitete Traumata, nie empfangene Liebe, bittere Enttäuschungen der Vergangenheit mit dem ständigen Verlangen nach Nähe? Warum fühlen wir uns schuldig, sobald wir Nähe zu lassen? Ist es das, was wir wollen? Ist es das, was wir nicht wollen? Sind wir verwirrt, wissen wir nicht wohin mit uns? Ist es nur eine Phase? Ich hoffe, dass ich morgen aufwache und vergessen habe, was ich schon längst vergessen wollte. Dich. Bis neulich, Eure BAte

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