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Eigene Meinung Lokalwährungen im Kreis Bergstraße

Von Batzen und Talern

Archivartikel

Kurz vor der Europawahl werben wieder einige Parteien damit, den Euro abzuschaffen. Dabei haben wir hier an der Bergstraße mitten in der Eurozone doch schon eine Alternative zu dem einheitlichen europäischen Zahlungsmittel gefunden: die Lokalwährungen.

In Bensheim gibt es den Bensemer Batzen, mit dem in vielen Bensheimer Einzelhandelsgeschäften, Dienstleistungsunternehmen und Gastronomien gezahlt werden kann. Welche Läden die lokale Währung annehmen, ist an den entsprechenden Aufklebern in den Schaufenstern zu erkennen.

Der Spargeltaler ist das Lampertheimer Äquivalent zum Batzen. Seit acht Jahren nehmen über 50 Geschäfte in der Spargelstadt den Taler als Zahlungsmittel an, gekennzeichnet sind sie ebenfalls mit einem entsprechenden Symbol.

Auch in Lorsch kann mit einer „Zweitwährung“ gezahlt werden: Der Klostertaler, den die Entwicklungsgesellschaft vertreibt, ist in zahlreichen Geschäften einlösbar und kann hin und wieder auch als Wahrzeichen der Stadt glänzen.

Vor- und Nachteile der „Zweitwährung“

Allem voran sind Lokalwährungen eine lustige Erfindung, um die Kaufkraft im lokalen Einzelhandel ebenso wie die Kunden vor Ort zu binden. Die Münzen sind recht groß, was sie hochwertig aussehen lässt und zu einem sympathischen Geldgeschenk macht, aber leider auch schwer, weshalb sie im Portemonnaie und der Hosentasche eher stören. Bei den vorgestellten Bergsträßer Währungen handelt es sich um Münzen, die einen praktischen Gegenwert von jeweils fünf Euro haben. Das hat den Vorteil, dass Geschenkbeträge flexibel zusammengestellt werden können und der Beschenkte – anders als bei einem Gutschein – auch die Möglichkeit hat, seine Barschaft auf mehrere Läden aufzuteilen.

Der Bensemer Batzen dient mit seinen unterschiedlichen Motiven auf der Rückseite auch als Sammelstück. Wer den Batzen ausgeben möchte, muss aber lange danach suchen, wo dies 13 Jahre nach der Einführung der Bensheimer Währung noch möglich ist. Auf der Webseite von Bensheim Aktiv gibt es nämlich leider nur einen veralteten Flyer, nicht aber eine aktuelle Liste der Mitglieder, die den Batzen als Zahlungsmittel annehmen. Lampertheim und Lorsch haben hingegen aktuellere Flyer zu bieten.

Dies hängt auch damit zusammen, dass die Stadt Lampertheim zurzeit mit einer neuen Kampagne auf diejenigen Spargeltaler aufmerksam machen möchte, die nicht zurück in den Handel geflossen sind, weil sie im Sparschweinen gelandet sind oder in den Schubladen vergessen wurden.

Vorsicht, wenn dies mit Bensemer Batzen passiert: Alle Batzen – bis auf das Motiv „Rinnentor“, mit dem ein Jahr länger bezahlt werden kann – sind nur noch bis 2020 gültig. Moritz Müller

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