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Reise Die BAnane nimmt Euch mit auf eine Tour durch unserer Nachbarland / Belgiens Städte haben viel zu bieten

Von Tüchern bis zu Diamanten

Archivartikel

Belgien – Land der Schokolade, der Pommes und des Bieres – hat eine lange Geschichte. Im Mittelalter stieg das nördliche Flandern mit seinen Tuchindustrien zu einem der beiden Zentren der europäischen Wirtschaft auf, neben den Städten Norditaliens, die sich als wichtige Handelsstädten und als einer der Wiegen der Praxis der Betriebswirtschaftslehre heraus kristallisierten. Von der damaligen Zeit sind viele Spuren erhalten. Um diese zu erkunden werden gerne und oft die Städte Hasselt, Brüssel, Brügge, Gent und Antwerpen besucht. Die BAnane nimmt Euch mit auf eine Tour durch vier der fünf Städte:

Brüssel kennt man heutzutage besonders aufgrund des Hauptsitzes der Europäischen Union – mit der Kommission und dem abwechselnd tagenden Parlament – und der königlichen Familie. Doch besonders die Innenstadt, rund um den Grote Markt, prägt das Stadtbild: 1229 offiziell das Stadtrecht erhalten, um danach einen ersten Mauerring um den Markt zu ziehen. Aufgrund der Bombardierung Brüssels im Jahr 1695 wurde vor allem die Innenstadt zerstört, das Rathaus wurde in gotischem, die Gildenhäuser im Barockstil wiedererrichtet. Dadurch bietet das Zentrum ein ungewöhnliches Stadtbild. Eines der bekanntesten Motive ist das „Manneken Pis“, eine Bronzestatue eines wasserlassenden Jungen. Die Figur wurde schon mehrfach gestohlen und steht nun als Kopie da. Anlässlich der Weltausstellung 1958 wurde ein Modell eines Eisenatoms – das Atomium – geschaffen und bietet seit jeher eine Aussicht über Brüssel.

Brügge, das „Venedig des Nordens“

Weiter geht die Reise in Brügge. Die Stadt mit dem wohl größten Tourismus Belgiens wird als das „Venedig des Nordens“ bezeichnet, weil das sehr gut erhaltenen mittelalterlichem Stadtbild von Kanälen durchzogen ist. Im Jahr 2000 wurde dieses Stadtbild zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. 1128 das Stadtrecht erhalten, hielt Brügge um 1200 die erste Handelsmesse und wurde somit zu einem Zentrum der Textilherstellung und -veredelung. Bekannt ist Brügge außerdem für die Heilig-Blut-Basilika, in der das Blut Christi aufbewahrt werden soll, welches zu Christi Himmelfahrt durch die Stadt getragen wird – seit 1291.

Gent, im Mittelalter aufgrund des Tuchhandels einer der größten und bedeutendsten Städte Europas und im 18. Jahrhundert eine der ersten industrialisierten Städte auf dem europäischen Festland. Gegründet wurde Gent dank den Klöstern Sankt Bavo und Blandinium im 7. Jahrhundert. Aufgrund von Bränden und Plünderungen, unter anderem durch Wikinger, ist die historische Innenstadt nicht mehr so gut erhalten wie in Brügge, aber speziell aufgrund des Kontrastes zwischen der Einbindung von altem und neuen, gerade auch um die Burg Gravensteen herum, sehenswert. Der Belfried bietet einen Rundumblick über Gent. Die Promenade an der Genter Korenlai ist der bekannteste Blick Gents, gerade in den Abendstunden. Der Genter Altar gehört zu den wichtigsten Kunstwerken Europas – er spielte im Film „The Monuments Men“ mit George Clooney die Hauptrolle – und wurde im zweiten Weltkrieg durch die Nazis gestohlen, von amerikanischen Soldaten wieder zurückgebracht.

Antwerpen besitzt den zweitgrößten Hafen Europas, war im 15. und 16. Jahrhundert eine der größten Städte der Welt und zeitweise die wichtigste Handelsmetropole Europas. Aufgrund des Hafens und des Tuchhandels wurde Antwerpen zu einem führenden Handelsplatz und Finanzzentrum Europas – mittlerweile gehen 84 Prozent aller Rohdiamanten in Antwerpen über die Theke. Das Stadtbild wird von Gebäuden unterschiedlicher Epochen geprägt und ist weitgehend erhalten; die meiste Verwüstung fand der Hafen von Antwerpen durch die V1 Waffen der Wehrmacht statt. Bekannt ist Antwerpen vor allem als Wirkstätte der Künstler Rubens und van Dyck. Antwerpen besitzt keine Brücken, nur Tunnel – so auch den Sint-Annatunnel, in den die Originalerhaltenen hölzernen Rolltreppen aus den 1930er-Jahren führen.

Registrieren, um mit dem Auto in die Stadt einfahren zu dürfen

Belgien hat eine Urbanisierungsrate von fast 98 Prozent und damit die höchste in Europa. Kein Wunder also, dass gerade in den Städten wie Gent, Antwerpen und Brüssel, die zu den am dichtesten besiedelten Städten gehören, die Verschmutzung durch Autoabgase gering gehalten werden sollen. Dazu herrscht in Brügge in der Innenstadt ein Fahrverbot für private Autos. In Brüssel, Antwerpen und Gent sind des Weiteren sogenannte „Green-Zones“ errichtet worden: Vergleichbar mit den Umweltzonen wie in Darmstadt, allerdings müssen sich ausländische Autofahrer – mit Ausnahme von den niederländischen – erst online registrieren, um in die Zone einfahren zu dürfen, die meistens das gesamte Stadtgebiet umspannt. Gegebenenfalls können Tagestickets erworben werden, ansonsten drohen empfindliche Geldbußen. Weitere Informationen findet man unter www.lez-belgium.be. Marc Wohlfart

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