Bananeweb

Blut spenden Wie ein solcher Termin vor sich geht und was einen erwartet / Eine entspannte Angelegenheit

Wenn Blut auf Wanderschaft geht

Blutsverwandtschaft, Blutsbrüderschaft oder Herzblut – Wörter, „durch die Blut fließt“, symbolisieren einen unendlichen Wert, denn die kostbare rote Flüssigkeit ist für unser aller Überleben unerlässlich. Normalerweise produziert unser Körper genug davon, um uns am Leben zu halten, doch binnen Sekunden kann ein Unfall zu einem hohen Blutverlust führen, welcher ohne Spenderblut zum Tod führen könnte – denn anders als für Kniegelenke gibt es keinen wirksamen Ersatz für menschliches Blut. Es ist für mich daher seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, zum Blutspenden zu gehen, gerade jetzt während der Pandemie ist eine Spende wichtiger denn je.

Blutspenden finden meist in großen Räumen wie Turnhallen statt. Oftmals werden dafür vorab Plakate aufgehängt, es gibt aber auch die Möglichkeit, dass man in die Blutspendezentren nach Mannheim, Frankfurt oder Heidelberg geht. Ganz egal, wo man Blut spenden möchte, jede Spende folgt einem geregelten Ablauf: Zunächst meldet man sich in Coronazeiten über das Internet an, man wählt einen Tag und eine Uhrzeit aus. Bei der Ankunft in der Turnhalle oder im Blutspendezentrum wird sofort die Körpertemperatur gemessen. Anschließend verläuft der Prozess bis zur Blutspende wie immer: Es werden die Personalien geprüft, man wird gewogen, Blutdruck wird gemessen und der Hämoglobinwert wird überprüft. Anschließend füllen Spender einen Fragebogen aus, der Grundlage für eine Untersuchung beim Arzt ist. Ein Tipp: Es gibt die Möglichkeit schon vorab im Internet diese Fragen einzusehen. Dies ist deshalb hilfreich, da es sein kann, dass manche Eckpunkte in der persönlichen Gesundheitsgeschichte eine Blutspende ausschließen. Es ist einfach ärgerlich, wenn man den Weg auf sich nimmt und dann nicht spenden darf.

Ärztliche Untersuchung

Die Untersuchung beim Arzt findet abgeschottet statt, so dass die ärztliche Schweigepflicht auch beim Blutspenden gewahrt werden kann. Der untersuchende Arzt entscheidet schließlich darüber, ob man aktuell in der Verfassung ist, auf einen halben Liter Blut zu verzichten. Gibt der Arzt grünes Licht, wartet bereits ein Platz auf den Spender. Gewohnte Bilder, auf denen zig Liegen nebeneinander zu sehen sind, gibt es beim Blutspenden derzeit nicht mehr, denn natürlich wird gerade hier darauf geachtet, dass ausreichend Abstand zwischen den Menschen gehalten wird. Es folgt der gewohnte Stich und das Zusammendrücken eines Schaumstoffballs. Meiner Erfahrung nach dauert die eigentliche Blutspende gerade einmal zwischen fünf und sieben Minuten, eine Blutplasmaspende dagegen kann unter Umständen schon eine halbe Stunde dauern. Hat man es geschafft, wartet meist ein kaltes Büffet und ein kleines Dankeschön auf den Spender. Auch jetzt ist alles also wirklich entspannt.

Während der Spender nun entlassen ist, geht das Blut auf Wanderschaft. Es wird gründlich untersucht, um die Sicherheit des Empfängers zu gewährleisten. Da Blut so kostbar ist und immer weniger Deutsche spenden, wird das Blut heute in verschiedene Bestandteile aufgeteilt, so dass jeder nur das bekommt, was er wirklich benötigt, seien es rote Blutkörperchen oder Blutplättchen.

Welcher Empfänger das eigene Blut bekommt, erfährt der Spender natürlich nicht. Allerdings erfahren Spender ihre Blutgruppe und werden so informiert, welche Empfängerblutgruppen kompatibel sind. Die Verteilung beruht dabei auf dem AB0-Blutgruppensystem und dem Rhesusfaktor.

Sicherlich fragen sich viele, die noch nie Blut spenden waren, es aber gerne tun würden, ob ihre eigene Blutgruppe überhaupt gefragt ist und ob sich der Aufwand lohnt. Die Antwort lautet: Ja! Jeden Tag werden 14 000 Blutspenden in Deutschland benötigt, das bedeutet, dass durchschnittlich 700 Spenden an Empfänger der Gruppe AB+ gehen, die jedes Blut empfangen könnten. Verzichten Menschen mit AB+ auf eine Spende, da sie denken, dass ihr Blut nicht gebraucht wird, muss Blut von anderen Blutgruppen verwendet werden. Es bleibt somit weniger für Menschen mit Blutgruppe 0, A, B oder Rhesus negativ, die aufgrund der Blutgruppenkompatibilität nur eingeschränkt empfangen können. Daher: Geht spenden, ob mit 0- oder AB+.Denn jedes Blut ist kostbar.

Alexander Rhein

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel