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Eigene Meinung Eine BAnane-Mitarbeiterin berichtet von ihren Erfahrungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Wenn die Busfahrt zum unschönen Erlebnis wird

Ich bin 16 Jahre alt, Schülerin, und fahre jeden Morgen mit dem Bus von Hähnlein nach Bensheim zur Schule. Nachmittags nutze ich ebenfalls die öffentlichen Verkehrsmittel, um von Bensheim wieder zurück nach Hause zu kommen. Eigentlich ist das doch perfekt oder? Wenn die Eltern ihre Kinder nicht den ganzen Tag durch die Gegend kutschieren können oder wollen, steigt man einfach in den Bus ein und fährt zum gewünschten Ziel. Auch der Umwelt tut es gut, wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Eine klare Win-win-Situation für Eltern, Schüler und Umwelt – oder etwa nicht?

Leider sieht der Alltag etwas anders aus. Viel zu lange Wartezeiten, Verspätungen und unfreundliche Busfahrer gehören zum alltäglichen Programm – und das nicht auf wenigen Strecken. Ein Beispiel ist die Busverbindung von Bickenbach nach Bensheim, denn auch diese ist „dramatisch“. Oft kommen die Schüler morgens „10 bis 20 Minuten zu spät zur Schule, da der Bus am Hinkelstein meist eine Verspätung von mehr als fünf Minuten hat“, sagt auch Thomas (15 Jahre, kleines Bild). Auch die Wartezeiten zwischen den einzelnen Verbindungen sind unverschämt hoch und betragen nicht selten mal mehr als 40 Minuten – eine Zeit, die jeder von uns anderweitig, „zum Beispiel für Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten wie Sport“ nutzen könnte, sagt der Schüler weiter.

Doch nicht nur Verspätungen und Wartezeiten gestalten die Fahrten mit dem Bus nicht angenehm. Im Winter sind die Busse oft vollkommen überheizt, dass die Scheiben anlaufen. Und auch im Sommer ist es dort viel zu heiß und furchtbar stickig. Da auf der Strecke Hähnlein – Bensheim morgens um 7 Uhr sehr viele Schüler mit dem Bus fahren möchten, sollten ursprünglich zwei Busse hintereinander kommen, so dass alle Kinder und Jugendlichen mitfahren können. Auch daran scheitert es regelmäßig. Teilweise kommt nur ein Bus, da der zweite ausgefallen ist oder über eine Viertelstunde Verspätung hat.

Doch auch die fehlende Routen-Kenntnis wird vielen Busfahrern immer wieder zum Verhängnis. So werden Orte einfach ausgelassen, vergessen, und manchmal bekommt man sogar eine kostenlose Sightseeingtour durch Straßen und Gemeinden, die man im Zuge des morgendlichen Schulweges noch nie zuvor gesehen hat. Auch die Busfahrer sind oft mehr als schlecht drauf. Hupkonzerte, wütende Rufe und rasante Fahrmanöver sind dabei keine Seltenheit.

Insgesamt ist das Fahren mit dem Bus jeden Tag aufs Neue ein Abenteuer, das sich leider immer häufiger zum kompletten Fiasko entpuppt. Die Schüler, die von diesen Transportmitteln abhängig sind, fiebern dem eigenen Auto und der damit verbundenen Unabhängigkeit entgegen, was unserer Umwelt keinen Gefallen tut.

Sicherlich können die Busfahrer, die meistens zur Zielscheibe der wütenden Fahrgäste werden, nicht immer etwas für die Unannehmlichkeiten. Trotzdem bin ich als Fahrgast, der jeden Tag Geld für die Fahrten bezahlt, der Meinung, dass ich mir so etwas nicht gefallen lassen muss. Natürlich muss ich mich an die Fahrzeiten anpassen und auch mit einem niedrigeren Komfort als in Papas Auto rechnen. Jedoch denke ich, dass ich für mein Geld zumindest freundlich behandelt werden und mich auch auf die pünktliche Ankunft am Zielort verlassen können müsste. Mia Eck

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