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Eigene Meinung Viele Unternehmen bieten Praktika nicht ohne Vorkenntnisse an – doch es gibt einen Weg aus diesem Teufelskreis

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Archivartikel

Wie oft habe ich schon gelesen, dass Unternehmen ausschließlich Praktikanten wünschen, wenn diese schon mindestens eine praktische Erfahrung im Gebiet des angebotenen Praktikums vorzuweisen haben und am besten bereits an einer Universität immatrikuliert sind und damit keine Schüler mehr sind.

Immer wenn ich diese Anforderungen lese, werde ich wütend, weil ich mich frage, woher man denn die praktische Erfahrung als Schüler nehmen soll, wenn die Unternehmen für ihre Praktikumsstellen nur erfahrene Bewerber wollen. Wie soll man sich eine authentische Meinung von einem Beruf bilden können, wenn es einem bereits verwehrt wird, ein Praktikum zu machen? Dabei ist es doch so wichtig für junge Menschen, einen Überblick in der Berufswelt zu bekommen, und somit besser entscheiden zu können, was man später machen möchte. Praktika geben einem das Wissen mit auf den Weg, was man in der Schule nicht erlernen kann. Außerdem gibt einem ein Praktikum die Chance, Kontakte zu knüpfen und einen Einblick in ein Berufsfeld zu kriegen. Was ist, wenn dies wegfällt, weil Unternehmen nur nach Leistung streben?

Was gehört in die Bewerbung?

Ich habe mich gefragt, ob es trotzdem Möglichkeiten für Jugendliche gibt, an Praktika zu gelangen. Und die gute Antwort lautet: Ja, es gibt sie. Man muss nur wissen, wie. Es gibt immer die Möglichkeit, sich bei verschiedenen Unternehmen auf ein Praktikum zu bewerben. Egal, ob es ausgeschrieben ist oder nicht. Eine sogenannte Initiativ-Bewerbung, bei der man sein Glück einfach mal versucht, klappt nicht immer, aber oft. Außerdem ist es wichtig, dass die Bewerbung ordentlich ist und man alle relevanten Dokumente komplett zusammen hat. Was aber gehört alles in eine Bewerbung?

In eine Bewerbung gehören normalerweise drei Dinge. Zunächst ein Anschreiben, indem man sich kurz vorstellt und dem Unternehmen sein Interesse an genau dieser Firma schildert. Man sollte sich im Vorhinein über die Arbeitsstelle informieren und die Bewerbung passend darauf zuschneiden. Außerdem ist es wichtig, einen Lebenslauf zu haben. In diesem sollte die Schullaufbahn beschrieben sein. Außerdem kann man als Schüler gerne auch Hobbys und Computerfähigkeiten oder Joberfahrungen dazuschreiben. Als letztes ist es wichtig, Zeugnisse an eine Bewerbung zu hängen. Die letzten zwei Halbjahreszeugnisse reichen meist aus. Wenn man alle Formalitäten beachtet und sich dem Unternehmen interessant präsentiert, hat man schon einmal gute Chancen auf ein Praktikum.

Was ebenfalls beachten sollte, ist, dass man am besten mehrere Unternehmen anschreibt. Es ist oftmals so, dass Unternehmen entweder eine Absage schicken oder einfach gar nicht antworten. Dies ist normal und man sollte es sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Außerdem kann man versuchen, Workshops oder Seminare zu einem Thema zu besuchen, welches einen interessiert. Das sieht im Lebenslauf ziemlich gut aus, und man kann mit etwas Glück in den Praxisphasen der Workshops einiges an praktischer Erfahrung sammeln. Damit wird man für Unternehmen automatisch interessanter, weil man sich schon ein wenig auskennt. Man sollte bei Bewerbungen kreativ sein und auch die komischsten Möglichkeiten in Betracht ziehen. Denn auch durch negative Erfahrungen im Praktikum kann man lernen beziehungsweise man weiß danach, dass diese Richtung doch nicht so zu einem passt.

Als letzten Tipp kann ich nur sagen, dass beispielsweise die Agentur für Arbeit für Schüler Studien- und Berufsberatungen gibt, zu denen man kostenlos hingehen kann. Gemeinsam mit Spezialisten kann man ermitteln, in welche Berufsrichtung man einmal gehen könnte.

Ich finde, es ist wichtig, den Unternehmen klarzumachen, dass es bedeutend ist für uns junge Menschen, praktische Erfahrung sammeln zu dürfen. Nur so können wir schließlich einen Beruf finden, der uns Spaß macht und bei dem wir 100 Prozent geben würden. Yara Völker

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