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Eigene Meinung Die EU ist verbesserungswürdig – dennoch ist das politische System in Europa das fortschrittlichste überhaupt

„Wir haben viel zu verlieren“

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Streitlustige, die von der Auflösung des Europäischen Parlaments träumen, immer mehr Zustimmung von der Mitte der Gesellschaft erhalten würden. Nationalismus, Populismus, Flüchtlingskrise und Schuldenwirtschaft nagen an den Grundpfeilern Europas. Ich befürchte, dass viele Europäer gar nicht wissen, was es da zu verteidigen gibt.

Ich behaupte, dass, verglichen mit allen anderen Systemen, die diese Welt zu bieten hat, Europa das beste Angebot ist. Diejenigen, die Europa kritisieren, haben teilweise natürlich recht. Es gibt noch einiges zu verbessern. Sie vergessen leider nur, wie vergleichsweise gut es ihnen dabei geht. Die positiven Aspekte Europas sind fast in Vergessenheit geraten. Europa hat aus all den verschiedenen Systemen die vergleichsweise humanste Version herausgefiltert – das Modell, das in Deutschland Soziale Marktwirtschaft heißt. 50 Prozent sämtlicher in der Welt gezahlter Sozialleistungen werden von EU-Ländern aufgebracht. Vor allem in Europa haben sich wichtige Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, die Trennung von Staat und Religion sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau durchgesetzt. Auch in einigen anderen Belangen wie beim weitgehend kostenlosen Ausbildungswesen, der vergleichsweise fairen Gesundheitsversorgung oder einem Strafvollzug, der die Todesstrafe verbietet, ist Europa vielen anderen Teilen dieser Erde weit voraus.

Der wichtigste Vorteil Europas ist meiner Meinung nach jedoch der seit mehreren Jahrzehnten anhaltende Frieden zwischen seinen Mitgliedern. Antje Heitland

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