Bananeweb

Hessentag Die 58. Auflage fand in Korbach nördlich von Marburg statt / Ein BAnane-Mitarbeiter war dort

Zehn Tage Ausnahmezustand

Archivartikel

Zehn Tage lang herrschte in Korbach der Ausnahmezustand, denn dort fand gerade der 58. Hessentag statt. Korbach selbst liegt nördlich von Marburg und ist von Bensheim rund 200 Kilometer entfernt. Während des zehntägigen Hessentages fanden um die 1000 Veranstaltungen statt, der Eintritt war in der Regel kostenlos, nur für Konzerte brauchte man Karten. Aber viele Konzerte, zum Beispiel das 90er Festival vom Radiosender FFH, waren früh ausverkauft und fanden in der Regel am Abend statt. Bei einem Besuch tagsüber hatte man die Möglichkeit, zahlreiche andere Veranstaltungen wie die Sonderausstellung „Der Natur auf der Spur“ zu besichtigen.

Selbst für die Kleinsten wurde ein Programm geboten. Sie konnten sich unter anderem im Kinderland richtig austoben oder beim Bühnenprogramm rund um Zauberei und Theateraufführungen zuschauen. Für uns Jugendliche gab es sogar ein eigenes Dorf. Man konnte erleben, wie sich ein Skispringer in luftiger Höhe fühlt oder einen Parcours mit den vorhandenen Mountainbikes abfahren.

Schulen mit dabei

Aber nicht nur Sport und Unterhaltung für die Kinder stand auf dem Programm, denn auch die Polizei, der Trachtenverein, der Hessische Rundfunk und viele andere Akteure waren nach Korbach gekommen, um den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten.

Am Mittwoch vergangener Woche machten auch die Schulen mit, hier wurden Konzentrationsübungen gezeigt und ein 3D-Drucker vorgeführt. Bei der Polizei war ein Verkehrsparcours aufgebaut und man konnte mit viel Glück einen Fahrradhelm gewinnen. Auch hier stand die Bewegung der Besucher wieder im Vordergrund.

Interessant fand ich den Druck mit einer uralten Druckpresse aus Eichenholz. Hier durfte man selbst Bibelsprüche nach der alten Drucktechnik drucken.

Auch die Erfahrung zu machen, wie sich ein blinder Mensch zurechtfindet, habe ich vor Ort kennengelernt. Ich erhielt einen Blindenstock und ein Tuch über die Augen, so dass ich nichts mehr sehen konnte. Ich wurde zu einem Platz geführt, an dem ich mich ohne Hilfe und Sehvermögen zurechtfinden musste, bis ich von einem Helfer wieder Unterstützung bekommen hatte und an meinen Ausgangspunkt zurückgebracht wurde. Ich weiß bis jetzt nicht, wo ich auf dem riesigen Hessentagsgelände überhaupt gewesen bin.

Polizei und Bundeswehr dabei

Die Polizei und die Bundeswehr hatten neben Mitmachaktionen auch noch Jobberater vor Ort. So konnte man bei Interesse persönlich mit dem Ansprechpartner in Kontakt treten.

Wir besuchten den Vortrag der Bundeswehr und bekamen auch ein Mittagessen spendiert. Es gab eine deftige Suppe. Beim Vortrag ging es um die verschiedenen Arbeitsbereiche bei der Bundeswehr und deren unterschiedlichen Ausbildungs- und Studiengänge, hier gibt es zum Beispiel den Job eines Sanitäters, aber auch eine Tätigkeit im Büro ist möglich. In Korbach erfuhr man zudem, wer Interesse an einem Job bei der Bundeswehr hat, muss sich jetzt schon für das nächste Ausbildungsjahr 2019/20 bewerben, denn bis zu einer Zusage für eine Ausbildung oder eines möglichen Studiums muss man erst noch ein paar Tests durchlaufen.

Die Zeit auf dem Hessentag, die wir nach der Fahrt nach Korbach verbrachten, war eigentlich viel zu kurz. Es gab so viel zu erfragen, zu erkunden und zu bestaunen, dass ich gerne noch länger geblieben wäre. Für einen Tagesausflug finde ich die Strecke eigentlich zu weit, denn das Angebot an Attraktionen ist groß und vielfältig.

Aber vielleicht heißt es demnächst, der Hessentag 20XX kommt nach Bensheim, und dann kann man täglich das wechselnde Programm besuchen, mitmachen und vielleicht auch selbst als freiwilliger Helfer dabei sein. Alexander Rhein

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel