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„Zocken ist kein Sport!“

Archivartikel

„Sport“ ist nach dem deutschsprachigen Duden offiziell als eine „nach bestimmten Regeln [im Wettkampf] aus Freude an Bewegung und Spiel, zur körperlichen Ertüchtigung ausgeübte körperliche Betätigung“ (Quelle: Duden) definiert. Damit steht für mich fest: Um von Sport reden zu können, muss eine Bewegung – zwangsläufig verbunden mit einer gewissen Anstrengung – vorhanden sein. Es ist schließlich die Rede von „körperlicher Ertüchtigung und Betätigung“.

Mir ist deswegen schleierhaft, wie eine Tätigkeit, die im Sitzen am Schreibtisch ausgeführt wird, Sport sein kann. Dann wäre ja jeder Büro-Angestellte in Vollzeit ein regelrechter Leistungssportler. Ich will nicht bestreiten, dass Tätigkeiten am Computer – egal, ob Arbeit oder Spiele – anstrengend sein können. Für mich macht sie das trotzdem noch lange nicht zu sportlichen Aktivitäten. Zugegeben, auch einen Schachspieler würde ich niemals als Athleten bezeichnen. Die Debatte über die Anerkennung von E-Sports ist für mich nichts mehr als ein Resultat einer sehr ungesunden Entwicklung – bereits Kinder im Grundschulalter verbringen oft Stunden mit Spielen am Computer. Dass das nicht gesund ist, ist allgemein bekannt, und Pädagogen warnen vor dieser Entwicklung. Würde Zocken jetzt als Sport anerkannt, wäre das also völlig kontraproduktiv, da viele Jugendliche, die ohnehin unter Bewegungsmangel und zunehmend auch Übergewicht leiden, sich nun damit brüsten könnten, Sport zu treiben und in dieser Ansicht unterstützt würden. Eva-Lotte Wenderoth

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