Bensheim

Programm Veranstaltungen der Hospiz-Akademie im zweiten Halbjahr 2018

Über Tod und Trauer ins Gespräch kommen

Archivartikel

Bensheim.Mit den hessischen Schulferien beendet auch die Hospiz-Akademie ihre Sommerpause. Für das zweite Halbjahr bietet sie wieder aktuelle und praxisrelevante Workshops und Vorträge an. Diese richten sich an Menschen, die beruflich oder privat mit Sterben, Tod und Trauer befasst sind.

Krisensituationen am Lebensende: Neu für Fachkräfte ist der mehrteilige Workshop „Häufigste Krisensituationen in der Terminalphase“ unter Leitung von Doris Kellermann. An vier Terminen werden Herausforderungen wie Atemnot, Schmerzdurchbrüche, Blutungen und delirante Syndrome besprochen, und sinnvolle Therapien und Bewältigungsstrategien werden erläutert. Denn gerade in der allerletzten Lebensphase kann es bei Palliativpatienten zu krisenhaften Situationen und Komplikationen kommen, die für den Patienten, die Angehörigen und das medizinische Fachpersonal gleichermaßen belastend sein können. Der Kurs finde an vier Mittwochen, beginnend ab 21. August, jeweils von 15 bis 17.30 Uhr statt.

Wickel als Balsam für die Seele: Freie Plätze gibt es außerdem im Ganztagsworkshop „Wickel und Auflagen in der Pflege“ am 10. Oktober. Diese natürliche Behandlungsmethode lässt sich gerade in der Palliativ- und Altenpflege wirkungsvoll einsetzen. Wickel und Auflagen sind durch die damit verbundene Zuwendung und Berührung auch ein nonverbales Kommunikationsmittel. Die Referentin Adelheid Maasjost, Beraterin für ganzheitliche Gesundheitspflege und Naturheilkunde, führt in die allgemeinen Grundregeln zur Wickelanwendung ein und informiert über die Wirkungsweise der natürlichen Zusätze. Richtig gewickelt wirken Wickel und Auflagen schmerzlindernd, beruhigend, stärkend auf die körpereigene Abwehr und sind Balsam für die Seele. Eine einfache, kostengünstige und nebenwirkungsfreie Methode, die in Theorie und mittels praktischer Übungen vermittelt wird. Der Workshop richtet sich an Fachkräfte der Gesundheits-, Kranken und Altenpflege.

Trauer am Arbeitsplatz: Die Hospiz-Akademie möchte die Themen Tod, Sterben und Trauer in alle Bevölkerungsgruppen tragen, deshalb werden Führungskräfte eingeladen zu einer Schulung zu Trauer am Arbeitsplatz. Sie findet am Mittwoch 21. November von 9 bis 13 Uhr statt und möchte Menschen mit Personalverantwortung mehr Handlungs- und Kommunikationssicherheit für den Berufsalltag geben.

Für diese drei Seminare erhebt der Hospiz-Verein Bergstraße einen Kostenbeitrag.

Auch in diesem Herbst finden in guter Tradition zwei Hospizgespräche statt, mit dem Ziel, dass alle Interessierten miteinander ins Gespräch kommen über wichtige Fragen zum Lebensende.

Hospizgespräch „Ist Sterben gerecht?“: Am 13. September, 19 bis 20.30 Uhr, befasst sich die Akademie mit der Frage „Ist Sterben gerecht? Über soziale Ungleichheiten“. Moderiert von Dr. Swantje Goebel wird betrachtet, welche demographischen Einflussfaktoren zu einem ungleichen Sterberisiko führen und welche gesellschaftspolitischen Anforderungen daran geknüpft sind. Diskutiert wird, wie es um Versorgungssituationen am Lebensende steht. Was ist über Sterbebedingungen im Krankenhaus, in Altenpflegeeinrichtungen bekannt? Vor dem Tod mögen wir alle gleich sein – im Sterben sind wir das mitnichten!

Hospizgespräch „Vom Streben nach ewigem Leben“: Beim zweiten Hospizgespräch am 27. September, 19 bis 20.30 Uhr, soll es kontrovers zugehen, das verspricht bereits der Titel: „Vom Streben nach ewigem Leben: eine Kontroverse“. Bestrebungen, den Tod zu überleben, beschränken sich nicht allein auf spezielle Gruppierungen wie die Kryoniker, die ihre verstorbenen Körper einfrieren lassen, um in Zukunft wiederbelebt zu werden. Der Biologe Wolfgang Diehl wird erklären, was wissenschaftlich möglich ist – um miteinander ins Gespräch zu kommen über die damit verbundenen ethischen und gesellschaftlichen Aspekte. Was kann und was darf der Mensch? Wohin führt das? Und welche Chancen bietet eine Akzeptanz des Todes als natürliche Folge von Leben?

Beide Hospizgespräche finden im Seminarraum des Hospiz Bergstraße, Kalkgasse 13 in Bensheim statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Spende wird erbeten. Es ist keine Anmeldung erforderlich. red

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