Bensheim

Heilig Kreuz Unter der Leitung von Andriy Lisovskyy waren Werke von Piazolla, Dobler und Saint-Saëns in Auerbach zu hören

Akkordeonclub mit neuem Dirigenten

Archivartikel

Bensheim.Am Samstag hatten sich etwa 130 Zuhörer zum Konzert des Akkordeonclubs Blau-Weiß Bensheim in der Kirche Heilig Kreuz in Auerbach eingefunden, um dem neuen Jahresprogramm der Bensheimer Akkordeonisten zu lauschen – und sie sollten nicht enttäuscht werden.

Mix aus Tango und Walzer

Gleich drei Werke von Astor Piazolla standen auf dem Programm: Zu Beginn erklang sein „Chiquilín de Bachin“, die Geschichte des kleinen Jungen aus dem Cafe Bachin in Buenos Aires, der sich seiner Armut schämt, ein sentimentaler Mix aus Tango und Walzer.

Danach erklang die „Sinfonia alla Barocco“, eine moderne Interpretation einer barocken Sinfonie in drei Sätzen von Ted Huggins. Glänzen konnten die Spieler auch mit dem teils schmissigen, teils traurigen Tango Zita aus der Suite Troileana, die Piazolla im Jahr 1975 zum Gedenken an den Tod seines Freundes Anibal Troilo, einen ebenfalls legendären Bandeonisten, schrieb. Mit dem durch Frank Sinatra wohl allen Zuhörern bekannten Lied „My Way“ ging der erste Teil des Konzerts zu Ende.

Danach eröffnete das Ensemble seinen Beitrag zum Konzert mit einem gefühlvollen Prélude von Camille Saint-Saëns, das unverkennbar die Handschrift eines großen Romantikers trägt. Im Ensemble haben sich Spieler des 1. Orchesters zusammen gefunden, die Spaß daran haben, über das Orchester hinaus gemeinsam zu musizieren. Von ihnen gab es dann gleich zwei mal ein Rondo zu hören, eines aus dem Divertimento von Dobler und das „Rondo nach einer badisch-pfälzischen Volksweise“ von Franz Reinl.

Hier ließ es sich die Moderatorin Birgit Schäfer-Mosis, die gekonnt durch das Konzert führte, nicht nehmen, die Zuhörer zum Raten aufzufordern, welche Volksweise da wohl gemeint war. Tatsächlich erkannte eine Zuhörerin die grundlegende Melodie („Ich ging einmal spazieren, nanu nanu nanu“).

Zeitgenössische Barockmusik

Das Ensemble verabschiedete sich mit einer für die Zuhörer eher schwereren Kost von der Bühne: dem Fugato Interrotto e Corale von Hans Boll, dabei handelt es sich um eine Fuge mit anschließendem Choral, Barockmusik sehr zeitgenössisch interpretiert. Zum Schluss präsentierte das erste Orchester des Vereins noch zwei musikalische Leckerbissen, nämlich die bekannten Polowetzer Tänze aus der Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin und die Fuga 9 von Astor Piazolla.

Nach dem stürmischen Beifall konnte das Orchester nicht ohne Zugabe aufhören.

Passend zur fortgeschrittenen Zeit und zur Freude der Anwesenden ließen die Spieler die wunderbare und allseits bekannte Melodie des „Time to say goodbye“ (von F. Sartori) erklingen.

In diesem Jahr spielte das 1. Orchester des Akkordeonclubs Blau-Weiß Bensheim unter der einfühlsamen und zugleich kraftvollen Leitung seines neuen Dirigenten Andriy Lisovskyy, der mit diesem sehr gelungenen Auftritt einen großen Erfolg in Bensheim feiern konnte, dem hoffentlich noch viele folgen werden. red

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel