Bensheim

Synagogenverein Am Mittwoch wird Einpersonenstück aufgeführt

Anekdoten aus dem Koffer

Archivartikel

Auerbach.Der Auerbacher Synagogenverein lädt für Mittwoch (20.) um 19.30 Uhr ein zu einem Einpersonenstück, das die Entrechtung der Juden im deutschen NS-Staat nachfühlbar macht: „Edith und Minna. Die Geschichte einer Freundschaft“ .

Aufgeschrieben, erzählt und gespielt von Jürgen Flügge, Veranstaltungsort ist die ehemalige Auerbacher Synagoge, Bachgasse 28.

Im Nachlass seiner Mutter fand Jürgen Flügge einen mit alten Briefen und Postkarten gefüllten Koffer. Briefmarken und Stempel verwiesen auf die Zeit von 1934 bis in die 50er Jahre. Absenderin ist Edith, die beste Freundin seiner Mutter Minna und Tochter einer jüdischen Familie, die vor dem Druck der Nationalsozialisten in die USA fliehen konnte.

Die Korrespondenz zwischen Edith und Minna erzählt von der Kraft einer Freundschaft mitten in der Zeit der Judenverfolgung. Im Schwimmbad hatten Juden plötzlich keinen Zutritt mehr. Die Bauern, denen Ediths Familie Futtermittel verkaufte, hörten einfach auf zu bezahlen. Ediths Vater Siegmund wurde zusammengeschlagen, weil er das Horst-Wessel-Lied nicht mitsingen wollte. Mit ihrer Freundschaft schafften sich die Mädchen eine Insel, durch die sie auch über den trennenden Atlantik hinweg miteinander verbunden blieben.

Aus den Geschichten und Anekdoten aus dem Koffer hat Jürgen Flügge das Einpersonenstück geformt. Er wurde 1944 in Darmstadt geboren. Nach dem Studium von Germanistik und Theaterwissenschaften wirkte er in Deutschland und der Schweiz als Regisseur und Dramaturg. 2001 gründete er das Hoftheater Tromm im Odenwald, an dem „Edith und Minna. Die Geschichte einer Freundschaft“ uraufgeführt wurde.

Der Eintritt ist frei, für Spenden ist der Verein dankbar. red

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