Bensheim

Kommunalpolitik GLB-Stadtverordnete begründet Entscheidung mit beruflicher Auslastung

Antje Adam legt Mandat nieder

Archivartikel

Bensheim.Personalwechsel in der GLB-Fraktion: Antje Adam hat ihr Mandat für die Stadtverordnetenversammlung niedergelegt. Für sie rückt Jochen Kredel nach, der bereits in der vergangenen Legislaturperiode für die Grünen im Stadtparlament vertreten war. Er sitzt außerdem im Ortsbeirat Mitte.

Die Architektin begründete ihre Entscheidung mit einem Verweis auf ihre berufliche Belastung. Sie sei einfach zu sehr eingespannt, habe oft keine Zeit, die Vorlagen detailliert durchzuarbeiten. „Und einfach nur die Hand heben bei den Abstimmungen, das ist nicht mein Anspruch“, erklärte sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zudem könne sie durch ihren Job die „grünen Ziele“ besser erreichen als in der Politik, betonte sie mit Blick auf energetische Gebäudesanierungen, die sie mit ihrem Büro umgesetzt hat.

Mit Adam verlässt eine Fachfrau die Fraktion, die seit 20 Jahren für die Grünen in der Kommunalpolitik aktiv war – zunächst im Ortsbeirat West, ab 2001 dann mit einer Unterbrechung von zwei Jahren bis Ende Oktober in der Stadtverordnetenversammlung. Zwar habe sie 2011 und 2016 schon lediglich auf hinteren Plätzen kandidiert, „es hat aber nichts genutzt“, meinte sie lächelnd. Durch Kumulieren und Panaschieren bei den jeweiligen Kommunalwahlen spülte es Antje Adam immer wieder in die vorderen Reihen.

Ihre persönliche Bilanz nach zwei Jahrzehnten fällt positiv aus. „Wir haben viel erreicht. Gerade bei der Schwimmbadinitiative damals hat man gesehen, was alles möglich ist.“ Mit Antje Adam verlieren die Grünen eine ausgewiesene Expertin in Fragen rund ums Bauen, die ihre Meinung immer sachlich, aber auch mit Nachdruck kundtat – wie bei der Debatte um die Zukunft des Bürgerhauses.

Die Architektin plädierte stets für einen Neubau und gegen die Sanierung. Lediglich bei der Grundsatzentscheidung 2017 votierte sie für die Modernisierung – mangels Alternativen zu diesem Zeitpunkt.

Ihr Abschied aus der Fraktion sei ohne atmosphärische Störungen verlaufen, bekräftigte sie auf Nachfrage. „Es ist alles gut. Wir haben lange Politik miteinander gemacht. Da gibt es keine Verwerfungen.“ dr

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