Bensheim

Meerbach-Sportplatz Aufgeheizte Stimmung bei einer Anliegerversammlung zur geplanten Wohnbebauung

Anwohner befürchten Parkplatz-Chaos

Archivartikel

Bensheim.Mächtig aufgeheizt hatte sich am Mittwochabend der Saal im Pfarrzentrum von Sankt Georg. Und ebenso aufgeheizt und extrem gereizt war die Stimmung der Anwohner von Gärtnerweg, Fichte-, Meerbach- und Körnerstraße, die bei der Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt Bensheim, bei der zwei überarbeitete Varianten zur Bebauung des Meerbachsportplatzes vorgestellt wurden, mächtig Dampf abließen.

Sachwitz: „Gute Durchmischung“

Die Mehrzahl der rund 40 Anwesenden übte im Anschluss an die Präsentation der Entwürfe der Investoren Bonava/Sahle Wohnen und Wohnbau Bergstraße durch Nikolaus Kränzle vom Gestaltungsbeirat und Ersten Stadtrat Helmut Sachwitz, heftige Kritik vor allem an der von ihnen befürchteten weiteren Eskalation der Parkmisere im Wohngebiet.

Vereinzelt gab es auch Vorbehalte gegen die Anzahl der geplanten Sozialwohnungen in den beiden Entwürfen von 102 beziehungsweise 84 Wohneinheiten.

„Das sind zu viel. Eine Zumutung“, konterte eine zukünftige Nachbarin und rief damit den Widerspruch einer weiteren Betroffenen hervor: „Man muss sich für so einen Satz fremdschämen.“

Sachwitz sprach von „einer guten Durchmischung“ von 80 Prozent der angebotenen Wohnungen und einer angemessenen städtebaulichen Qualität. Es sei von vornherein klar gewesen, dass an dieser Stelle keine Reihen- und Doppelhäuser gebaut werden, sondern in „vertretbarem Rahmen“ bezahlbarer Wohnraum für die Menschen geschaffen werde, die sich teure Wohnungen nicht leisen können.

„Das lindert zwar den Wohnungsmangel in unserer Stadt, löst aber nicht das Problem.“ Die Laufzeit der Sozialbindung werde bei der endgültigen Entscheidung für die eine oder andere Variante „eine wesentliche Rolle spielen.“

Veränderungen möglich

Der Hinweis des Baustadtrats zu Beginn des Abends, es handele sich um eine reine Infoveranstaltung mit dem Ergebnis der überarbeiteten Alternativplanungen für den Meerbachsportplatz – jedoch ohne bindenden Charakter –, vermochte die aufgebrachten Gemüter nicht zu beruhigen.

Auch nicht der Ausblick auf das noch folgende öffentliche Bauleitplanverfahren, das den Bürgern ausreichend Möglichkeit gebe, Einwände und Anregungen zu formulieren. Neun bis zehn Monate könnten bis dahin ins Land gehen: „Veränderungen sind immer möglich.“

Dennoch musste sich Sachwitz heftige Unmutbekundungen der Anwohner zum Thema Verschärfung der jetzt schon bestehenden Parkmisere rund um den Sportplatz anhören. Die vorgesehenen 156 beziehungsweise 120 Stellplätze für die Mehrfamilienhäuser reichten bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken, lautete die einhellige Meinung. Schon jetzt sei die Spitze des Eisbergs erreicht: „Wenn es keine Parkplätze im Viertel gibt, dann wird das Auto halt auf der B3 abgestellt und über die Leitplanke geklettert“, befürchtete eine Besucherin.

Und noch ein weiterer Aspekt kam zur Sprache: die benachbarte Hemsbergschule „quillt aus allen Nähten“ und benötigt dringend mehr Platz für die Schülerbetreuung: „Jetzt wird die gesamte Freifläche zugebaut. Wo sollen die Schüler hin?“

Sachwitz verwies auf die Zuständigkeit des Kreises als Schulträger und die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans. Im Landratsamt wisse man um das Problem.

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