Bensheim

Bürgerdialog Interessierte Bensheimer können ihre Vorstellungen einbringen und vertiefen / Auftakt am nächsten Freitag im Rathaus

Arbeitsgruppen denken über Marktplatz nach

Bensheim.Jetzt wird’s konkret. Nach der Sammlung von Ideen, Erwartungen und Wünschen bei der Auftaktveranstaltung des Dialogforums für den „Marktplatz der Zukunft“ geht es jetzt in die heiße Vorbereitungsphase für die Ausschreibung eines städtebaulichen Wettbewerbs. Er soll im zeitigen Februar ausgelobt werden. Die Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung.

Ziel ist es, gemeinsam mit interessierten Bürgern noch vor Weihnachten die inhaltlichen Eckpunkte zu definieren, an denen sich die Planer orientieren sollen. Ihre Entwürfe sollen im Sommer 2020 auf dem Tisch liegen.

Den Zeitplan und das Prozedere hat die Stadtverordnetenversammlung so beschlossen. Das Bürgernetzwerk, das sich seit einem Jahr mit der Entwicklung der Innenstadt beschäftigt, moderiert und begleitet den Entscheidungsfindungsprozess. Am Ende eines ambitionierten „150-Tage-Programms“ steht eine Beschlussempfehlung für die städtischen Gremien. Die wesentlichen Inhalte werden Hand in Hand mit der Fachabteilung im Rathaus entwickelt.

Die Zeit dafür ist knapp. Am 20. November, nach dem zweiten Dialogforum, soll das Schnurgerüst stehen, heißt es von Seiten des Bürgernetzwerks. Bis dahin werden Arbeitskreise den Rahmen fixieren. Der Startschuss dafür fällt am kommenden Freitag (18.), 18 Uhr, im Rathaussitzungssaal (Seiteneingang, von der Kirchbergstraße aus). Mitmachen und ihre Vorstellungen einbringen können alle, denen eine lebendige Innenstadt am Herzen liegt und die sich dafür mit Rat und Tat engagieren wollen.

Möglich ist dies durch die Mitarbeit in Arbeitsgruppen. Sie befassen sich unter anderem mit der Analyse und Aufbereitung der Ergebnisse des ersten Dialogforums am 25. September: Welche Nutzungsoptionen wurden genannt – und welche städtebaulichen Gestaltungsvarianten ergeben sich daraus? Was sind die Vor-, was die Nachteile für die Einlösung der Zielvorgabe, dem Marktplatz und der Innenstadt nachhaltig mehr Leben einzuhauchen?

Starker Impuls für die Innenstadt

Spätestens in der zweiten Arbeitskreisrunde am 6. November erfolgt ein Abgleich des Diskussionsstands in den Gruppen. Die zentrale Fragestellung lautet: Wie muss der Marktplatz der Zukunft gestaltet werden, damit von ihm – möglichst zu allen Jahreszeiten – ein starker Impuls für die Belebung der Innenstadt ausgeht? Final führt dies zum Kern des Auftrags: Wie konkret müssen die Eckpunkte für den geplanten städtebaulichen Wettbewerb festgelegt sein? Zum Beispiel: Wie viel „Schorsch-Blick“ wird gewünscht?

Womit für das Bürgernetzwerk die Gretchenfrage gestellt ist: Wollen die Bensheimer eine reine Platzgestaltung oder doch ein Gebäude? Und, wenn ja: Wie hoch soll oder darf es sein und welche Fläche in Anspruch nehmen? Oder anders ausgedrückt: Welches Bild im Kopf schwebt den Bensheimern vor? Mit welcher Lösung können sich die meisten identifizieren?

Und schließlich: Was denken junge Menschen – die unter 30-Jährigen – darüber? Nicht zuletzt von ihnen hängt ab, ob und inwieweit in zehn oder 20 Jahren Bensheims „Mitte“ noch der Ort ist, wo sich Einheimische und Auswärtige treffen, wo sie einkaufen, ihre Freizeit verbringen und sich wohlfühlen.

Um die Voraussetzungen dafür herauszufinden, hat das Bürgernetzwerk eine digitale Plattform eingerichtet. Unter dem Link https://www.surveymonkey.de/r/N8K6978 kann die Zielgruppe hinterlegen, wie sie sich den Marktplatz der Zukunft vorstellt und was unbedingt in die Planung einfließen soll – eine Momentaufnahme ohne den Anspruch, repräsentativ zu sein, aber doch ein weiterer Fingerzeig, wohin die Reise gehen soll.

Wie sehen die nächsten Schritte aus? Am 6. November erfolgt der Abgleich der Ergebnisse der Arbeitsgruppen. Wenn danach keine Klarheit herrscht, wird am 13. November eine weitere gemeinsame Runde gedreht.

Zwischen den Arbeitskreis-Terminen – am Samstag, 2. November – laden die Stadt und das Bürgernetzwerk zu einem Lokaltermin auf dem Marktplatz ein. Dann soll vor Ort anschaulich vor Augen geführt werden, welche Gestaltungsvarianten zur Debatte stehen und am 20. November beim zweiten Dialogforum in den „Eckpunkten“ für den städtebaulichen Wettbewerb Berücksichtigung finden sollen. Das dann geschnürte und mit dem Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung abgestimmte Paket wird am 18. Dezember in einer Bürgerversammlung zur Diskussion gestellt, bevor die Stadtverordnetenversammlung nach der Weihnachtspause das weitere Vorgehen beschließt.

Bis dahin ist es noch eine geraume Zeit hin. „Für die Bürger besteht die einmalige Gelegenheit, eine wichtige Weichenstellung für ihre Stadt ein Stück weit selbst in die Hand zu nehmen. Anspruch kann es nicht sein, fertige Lösungen zu finden, sondern den Rahmen dafür abzustecken“, heißt es in der Pressemitteilung des Bürgernetzwerks.

Was Bensheimern dabei – bis jetzt – wichtig ist, kann auf der Webseite des Bürgernetzwerkes nachgelesen werden: www.buergernetzwerk.de. Informationen zum Dialogprozess finden sich auch auf der Homepage der Stadt Bensheim: www.bensheim.de. Eine gemeinsame digitale Plattform des Bürgernetzwerks und der Stadt zum Thema befindet sich im Aufbau und soll zeitnah online gehen. red

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