Bensheim

Freundeskreis Riva Sommerprogramm für 27 italienische Schüler aus der Partnerstadt

Auf den Sprachkurs folgt Kultur

Bensheim.Seit vielen Jahren veranstaltet der deutsch-italienische Freundeskreis Bensheim-Riva Sommerkurse für italienische Schüler, die sich knapp zwei Wochen intensiv mit dem Erlernen der deutschen Sprache beschäftigen wollen, daneben auch am kulturellen Umfeld der Partnerstadt Bensheim interessiert sind.

Stark involviert in die Planung und Umsetzung dieses Dauerprojektes waren Pina Kittel und Mariangela Mezzanotte, die erste und zweite Vorsitzende des Vereins, sowie Volker Bodemann in Teamarbeit unter intensiver Mitwirkung weiterer Personen. Für insgesamt 27 Schüler – 24 Mädchen und drei Jungen – zwischen 15 und 17 Jahren aus unterschiedlichen Schultypen waren Gasteltern in Bensheim ausfindig zu machen und mit der Motivation zu aktivieren, das Kursprogramm wohlwollend zu begleiten sowie Eigeninitiative für ihre Gastschüler zu entwickeln. Die Jugendlichen kamen nicht nur aus Riva del Garda, sondern auch aus der Nachbarstadt Arco und der Region Trento.

Der bunt zusammengewürfelte Haufen entwickelte schnell ein von gegenseitiger Aufmerksamkeit und Unterstützung geprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl als Gruppe, während sich die Einzelnen auf angenehme und unaufgeregte Art problemlos in die Gastfamilien integrierten.

Und so staunten Georg Drinnenberg, ein ehemaliger AKG-Lehrer, und Jana Lahann, demnächst Referendarin für Latein und Italienisch, die zusammen schon viele Jahre die Hauptlast der Sprachkurse tragen, nicht schlecht, dass dieses Mal nach dem Sprachtest die „Fortgeschrittenen“ deutlich in der Überzahl waren. Dieser erste überraschende Eindruck wurde im Verlauf des Kurses durch den Fleiß sowie die Lernfähigkeit und -willigkeit der Teilnehmer bestätigt. Beste Voraussetzungen für den intensiven Sprachkurs am Vormittag, umso mehr, wenn man bedenkt, dass die knapp 40 Schulstunden Sprachunterricht dem Halbjahrespensum in Italien entsprechen.

Worms, Mannheim, Frankfurt

Vom Programm her war der erste Tag mit organisatorischen Dingen ausgefüllt: Rundgang durch das AKG, Empfang der Stadt Bensheim durch den ehrenamtlichen Stadtrat Peter Kalb und eine Stadtrallye, um Bensheim spielerisch kennenzulernen. An den Nachmittagen ging es dann um Kultur. In Worms wurde mit der Besichtigung des Doms und des jüdischen Friedhofs der religiöse Hintergrund ausgeleuchtet, während mit dem Besuch des Museums für Arbeit und Technik in Mannheim die Technisierung der Arbeits- und Lebenswelt veranschaulicht wurde. Zur Entspannung ging es anschließend in den Luisenpark.

Einen Eindruck von der Landschaft des Odenwaldes erhielten die Schüler auf der Fahrt nach Erbach mit der Besichtigung der „Glücksfabrik“ Koziol und dem Besuch des Bergtierparks. Natürlich stand auch eine Stadtführung durch die Metropole Frankfurt mit Dom, Römer und Senckenberg-Museum auf dem Plan. Zudem wurden das Freudenberger Schloss in Wiesbaden und das Heidelberger Schloss besichtigt.

Bei so viel Lernen und Kultur schafften die Eheleute Gabi und Hans Pfister sowie Vera und Hans Rücker mit sportlichen Angeboten den nötigen Ausgleich.

Wie immer deutete ein gemeinsamer Grillabend mit den Gasteltern und weiteren Beteiligten des Vereins – Moritz Müller und Alexandra Bertram – dezent das sich nahende Ende des Kurses an, was die Teilnehmer aber umso mehr anspornte, in Spielszenen und Wortbeiträgen ihre Deutschkenntnisse zu präsentieren – ein weites Feld für Humor, Freude, aber auch viele interessante Gespräche.

Der letzte Nachmittag war der Wanderung zum Kirchberghäuschen vorbehalten. Der Charme dieser Lokalität in Verbindung mit dem Blick in die Ebene des Rieds dürfte gerade wegen des Kontrasts zur Bergwelt um Riva eine bleibende Erinnerung an die Tage in Bensheim sein. Pina Kittel fand wohlabgewogene Worte des Dankes, ehrte vier Kursteilnehmer für ihre Leistungen und ihr soziales Engagement und wünschte allen Teilnehmern für den weiteren Schul-, Berufs- und Lebensweg viel Erfolg, ehe es am nächsten Tag zurück nach Riva ging. Peter J. Zeyer

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