Bensheim

SPD Sommerfahrt des Ortsbezirks führte nach Wetzlar und zum Schloss Braunfels

Auf den Spuren von August Bebel

Archivartikel

Bensheim.Die SPD Ortsbezirk Bensheim-Mitte plus hatte Mitglieder und Freunde der Bensheimer SPD zu einer Tagesfahrt eingeladen, die die Teilnehmer nach Wetzlar und zum Schloss Braunfels führte.

Der Besuch in Wetzlar startete mit einer ausführlichen Stadtführung, die schwerpunktmäßig dem Leben von August Bebel gewidmet war. Bebel – geboren in Deutz bei Köln – kam mit sechs Jahren nach Wetzlar, nachdem nicht nur sein Vater, sondern zwei Jahre später auch sein Stiefvater verstorben war.

Als begabter Schüler glänzte Bebel schon in der Wetzlarer Volksschule mit guten Leistungen. Ein Studium war ihm wegen schwieriger finanzieller Verhältnisse nicht möglich und so lernte er ohne eigentliche Neigung in Wetzlar das Drechslerhandwerk, wobei er versuchte, trotz schwerer Arbeit und langer Arbeitszeiten, sich durch Lektüre selbstständig weiterzubilden.

Nach seinen Gesellenwanderjahren kam er über mehrere Stationen wieder nach Wetzlar zurück, fand dort aber keine Arbeit und zog weiter nach Leipzig, wo seine politische Arbeit begann. Der Unternehmer, Bestsellerautor, Redner und Politiker war nicht nur Mitbegründer der SPD, sondern auch jahrzehntelang das Gesicht der Partei.

Die Führung startete vor dem Dom am Marktplatz in Wetzlar mit einem Weg zum Bebel-Denkmal, das nach Zerstörung in der Nazizeit wieder einen angemessenen Platz hat. Manchem Anhänger der Sozialdemokratie wäre in der heutigen Zeit ein solch charismatischer und anerkannter Anführer sicherlich nicht unrecht, schreibt die SPD.

Aber auch die Liebesgeschichte des jungen Goethe zu Charlotte Buff wurde thematisiert. Danach besuchten die meisten Teilnehmer den Dom – ein Gebäude, das eigentlich nie fertig wurde und vor allem durch verschiedene romanische und gotische Stilarten geprägt ist.

Weiter ging es zum Schloss Braunfels. Seit dem 13. Jahrhundert ist es Sitz der Grafen von Solms und befindet sich noch im Familienbesitz der Grafen von Oppersdorff zu Solms-Braunfels. Die Schlossführung gab Einblicke in die Geschichte der Anlage, führte vom Rittersaal durch Festsäle und Gemäldegalerien, aber der versierte Fremdenführer erzählte auch davon, wie manche Redewendung auf mittelalterliches Brauchtum zurückgeht: So wurde dem betrügerischen „Schlitzohr“ der Ohrring aus dem Ohr gerissen und jeder konnte es sehen. wf

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