Bensheim

Pro Familia Beratungsstelle bietet Workshop zum Thema Genitalverstümmelung an

Aufklärung für Flüchtlingshelfer

Archivartikel

Bensheim.In 35 Staaten auf der Welt werden Mädchen und Frauen „beschnitten“, ohne dass es dafür rationale, religiöse oder gar medizinische Grundlagen gäbe. Unicef schätzt die Zahl der von Genitalverstümmelung betroffenen Frauen auf rund 200 Millionen weltweit ein.

Auch in Deutschland leben Mädchen, deren Familien für sie ein „großes Fest“ wünschen und planen. Schätzungen gehen davon aus, dass in Europa bis zu 180 000 Mädchen und junge Frauen dem Risiko ausgesetzt sind, hier oder im Herkunftsland der Familie diesen körperlichen Eingriff mit häufig lebenslangen Folgen zu erleiden.

Meist in afrikanischen Ländern

Im September 2013 hat Deutschland die weibliche Genitalverstümmelung (FGM, female genital mutilation) mit dem Paragraf 226a StGB zur schweren Körperverletzung erklärt, die mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Genitalverstümmlung ist eine Missachtung des Rechtes einer jeden Frau auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle und reproduktive Gesundheit. Manchmal sind es die (Vertrauens-)Lehrerinnen oder sozialpädagogische Fachkräfte in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit, die direkt oder indirekt angesprochen werden und von Fällen Kenntnis erlangen. Auch hier in unserer Region.

Die Beratungsstelle Pro Familia Bensheim reagiert darauf und will im Zuge der vermehrten Zuwanderung von Familien aus betroffenen (meist afrikanischen) Ländern ein aktives Signal zur Aufklärung senden.

Für die Zielgruppe pädagogischer Fachkräfte und Flüchtlingshelferinnen wird am 18. September ein Praxisworkshop unter dem Titel „Selbstbestimmt und unversehrt“ angeboten. Referentinnen sind Katharina Rohmert, Sexualmedizinerin und Psychoanalytische Beraterin, sowie Karolin Rumpf, Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin bei Pro Familia.

Frauenrecht ist Menschenrecht

Unter dem Motto „Frauenrecht ist Menschenrecht“ geben außerdem Charlotte Njikoufon und Sara Kolah Ghoutschi praxisnahe Einblicke in die interkulturelle Beratungsarbeit von FIM, ein Beratungs- und Informationszentrum für Migrantinnen in Frankfurt.

Die aktuelle empirische Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland wird vorgestellt. Ziel des Angebotes ist es, Multiplikatorinnen Orientierung zu einer sensiblen Erstversorgung der Migrantinnen und zu weiterführenden medizinischen und psychosozialen Hilfsangeboten zu vermitteln.

Veranstaltungsort ist das Haus am Markt in Bensheim. Es wird um Anmeldung gebeten. red

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