Bensheim

Gesundheit Krankenkasse DAK spendet 7650 Euro an den Verein Familiäre Zystennieren

Aufklärungsvideo soll Zystenleber-Patienten helfen

Bensheim.Die DAK in Bensheim unterstützt die Arbeit des Vereins PKD Familiäre Zystennieren mit 7650 Euro. Mit der Förderung der Krankenkasse finanziert der Verein ein Projekt im Bereich Aufklärung. Geplant ist, ein Video und eine Broschüre zur seltenen Erkrankung Zystenleber zu erstellen. PKD (englisch für Polycystic Kidney Disease, polyzystische Nierenerkrankung) unterstützt ebenfalls Aktivitäten zur Nierengesundheit im Vorfeld des Weltnierentags am 11. März.

„Im Namen der Patienten freuen wir uns sehr über diese Unterstützung und danken der DAK-Gesundheit“, sagt Uwe Korst, Vorsitzender, des bundesweiten Vereins Familiäre Zystennieren.

Durch Zufall diagnostiziert

Im vergangenen Jahr wurde in Österreich von einer Frau berichtet, deren Zystenleber bei der Entnahme vor einer Lebertransplantation ein Gewicht von 17,5 Kilogramm hattet. Die polyzystische Lebererkrankung (PLD) ist eine genetische Krankheit. Viele Patienten mit PLD haben überhaupt keine Symptome. Ihre Zysten werden durch Zufall diagnostiziert.

Von den PLD-Patienten mit Symptomen seien etwa 80 Prozent Frauen und PLD wird in der Regel im Alter von 30 bis 40 Jahren diagnostiziert. Ein anhaltendes Wachstum der Zysten könne jedoch zu einer Vergrößerung der Leber führen, die bis zum zehnfachen ihrer normalen Größe erreicht. Dadurch komme es zu vielen Symptomen: Bauchfülle, Appetitlosigkeit, frühe Sättigung, Reflux, Übelkeit, Schmerzen in der Leber und an anderen Stellen des Körpers (Schulter), Kurzatmigkeit, Einschränkungen in der Beweglichkeit, Müdigkeit, Angst und Unzufriedenheit mit dem Aussehen, vor allem aufgrund der Ausbreitung („Aufblähen“) des Magens.

Erkrankung besser verstehen

Das Projekt Leberzysten des Vereins möchte Patienten durch eine Broschüre und ein Video dabei unterstützen, die Erkrankung besser zu verstehen. Denn die Erkrankung trete oftmals zusammen mit der Haupterkrankung Zystennieren auf.

„Zum Gesundwerden und Gesundbleiben ist der Erfahrungsaustausch untereinander sehr wichtig“, betont Robert Gahler, Leiter der DAK in Bensheim. „Für uns ist die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe mehr als nur eine gesetzliche Aufgabe.“ Gerade für Betroffene mit seltenen oder sehr langen Erkrankungen sei es schwierig, verständnisvolle Gesprächspartner außerhalb der Familie zu finden.

Etwa 3,5 Millionen Menschen haben sich bundesweit in mehr als 70 000 Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. In vielen Städten und Regionen gibt es Selbsthilfekontaktstellen, die einen Überblick über die Angebote zu einzelnen Erkrankungen oder Behinderungen bieten.

Bundesweit fördert die DAK jährlich über 5000 örtliche Selbsthilfegruppen. Für diese ist bei konkreten Projektvorhaben das örtliche Servicezentrum der richtige Ansprechpartner. Beim Wunsch nach pauschaler Förderung ist hingegen der Verband der Ersatzkassen zuständig. Weitere Informationen gibt es unter www.dak.de/selbsthilfe.

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und Bergsträßer Gesundheitsdezernentin Diana Stolz würdigt die Aktion der DAK und weist in diesem Rahmen nochmals auf die gute Zusammenarbeit der Kreisverwaltung mit der Krankenkasse hin. „Ziel unserer gemeinsamen Aktivitäten im Bereich Prävention ist es, die Bürger über das Thema Organspende zu informieren und dadurch ein Bewusstsein in der Bevölkerung für dieses Thema zu schaffen. Somit wollen wir das Thema Organspende in der öffentlichen Wahrnehmung stärker verankern.“

Im Kreis Bergstraße erfolge Aufklärungsarbeit in bereits ab dem Jugendalter gemeinsam mit Kooperationspartnern im Rahmen von Aktionstagen. red

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