Bensheim

SG Gronau Gymnastikfrauen waren im Fürstenlager unterwegs / Schöne Ausblicke, viele historische Informationen

Ausflug zur Sommerresidenz der fürstlichen Familie

Archivartikel

Bensheim.An ihrem letzten Trainingsmittwoch vor der Sommerpause sind die Gymnastikfrauen der SG Gronau zu einer Erkundungstour durch den Staatspark Fürstenlager nach Auerbach gefahren.

Zur Einstimmung traf man sich zunächst am Schwanenteich zu einem kleinen Sektumtrunk anlässlich des Geburtstages zweier Turnerinnen.

Danach verteilten sich die 40 Frauen in zwei Gruppen und brachen auf zur fachkundigen Führung durch den Staatspark. Eine Gruppe erkundete den Südhang, die andere den nördlichen Teil. Aus beiden Perspektiven konnte man reichlich Ausblicke auf die große, herrlich angelegte Parkanlage mit ihren exotischen Bäumen und Pflanzen und der darin eingebetteten Gebäude oder auch in die Ferne genießen.

Aber auch viele geschichtliche und interessante Informationen zur Entstehung und Entwicklung der Anlage sowie zum Leben der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt waren auf der Tour zu hören.

So soll Landgraf Ludwig sogar Kontakte zu Goethe und Schiller gepflegt haben, galt damals auch als Wohltäter des Landes und wurde später als Stifter der hessischen Verfassung von 1820 gewürdigt.

Mit der Entdeckung eines Mineralbrunnens (heute bekannt als „Gesundbrunnen“) zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte ein reger Kurbetrieb ein, obwohl – wie man hörte – das Wasser nicht schmeckte und auch bald wieder versiegte.

Nach und nach wurden Gebäude für die Kuraufenthalte der Landgrafen dort errichtet, bis sich Landgraf Ludwig dann entschied, die Anlage zu erweitern und auszubauen: Felder und Äcker für die Selbstversorgung sowie der großzügige Park wurde angelegt. Regelmäßig verbrachte der Landgraf dort die Sommermonate mit seiner Frau Luise und seinen Kindern.

Beim Rundgang durch die dörfliche Anlage konnte man einiges über das damalige Leben erfahren. Die fürstliche Familie war sehr liberal, sozial, der Kunst zugewandt, offen und zugänglich für die Menschen. Es gab keine Zäune oder Absperrungen.

So soll Landgräfin Luise sogar im Kreise bürgerlicher Jungfrauen Vorträge über das Leben und die Rolle der Frau gehalten haben und ihnen Tipps gegeben haben.

Am Ende der Tour traf man sich beim Herrenhaus und konnte bei einer kleinen Vesper im Freien den schönen Sommerabend im fürstlichen Ambiente genießen. red

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