Bensheim

Weiterbildung Feuerwehr Bensheim-Mitte übte Einsatz in schwierigen Situationen

Beim Flächenbrand ist Wind eine große Gefahr

Archivartikel

Bensheim.„Wald- und Flächenbrände – sind wir gut vorbereitet?“ Diese Frage stellte sich vor Kurzem die Feuerwehr Bensheim-Mitte und ließ sich von den Spezialisten der Hilfsorganisation @fire weiterbilden. Der Verein @fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland ist führender Spezialist im Bereich „Flächen- und Vegetationsbrände“ im deutschsprachigen Raum, dessen Mitglieder auf diesem Gebiet im In- und vor allem auch im Ausland langjährige Erfahrung haben und nach verheerenden Naturkatastrophen weltweit Hilfe leisten.

Am Vormittag wurden den knapp 30 Teilnehmern die dreistündige spannende Theorie der Vegetationsbrandbekämpfung vorgestellt, welche die Feuerwehrleute im Unterrichtsraum im Stützpunkt in Bensheim verfolgten.

Technischer Defekt als Ursache

Ein Flächenbrand kann unter anderem durch einen technischen Defekt an den Gerätschaften, wie einem Mähdrescher oder einem Traktor, einer heiß gelaufenen Strohballenpresse oder ganz einfach durch offenes Feuer im Sinne einer Zigarette ausgelöst werden.

Ein Wald- oder Flächenbrand ist allerdings kein Zimmer- oder Wohnungsbrand. Durch mehrere Einflussfaktoren, wie wechselnde Windverhältnisse, unterschiedliche Vegetation (also dem eigentlichen Brandstoff), eine Hanglage oder ein Gefälle, kann sich ein Flächenbrand schnell in mehrere Richtungen ausbreiten.

Die Wahl der Arbeitsgeräte, die passende Ausrüstung und die Vorgehenstaktik sind für den Löscherfolg entscheidend. Durch Schaufeln oder Hacken können zum Beispiel Schneisen gegraben und mit Schläuchen mit kleinen Durchflussmengen das Feuer gezielter bekämpft werden.

Zudem sollte auf die Sicherheit der eigenen Einsatzkräfte vor Ort viel Wert gelegt werden, so der Ausbilder. Es komme leider vor, dass die Einsatzfahrzeuge sehr nah am Brandherd abgestellt werden und diese dann selbst Feuer fangen. Ferner komme es auch vor, dass der Einsatzort nicht vollständig erkundet wird und die Einsatzkräfte vom Feuer eingeschlossen werden.

Nach der Mittagspause ging es dann zur vierstündigen praktischen Übung ins Freie. Geplant hatte das @fire Team im Stubenwald die zuvor angesprochenen Gerätschaften und das erlernte Wissen praktisch einzusetzen und einen gelegten und kontrollierten Flächenbrand mit den Geräten und den Bensheimer Löschfahrzeugen zu bekämpfen.

Einige Geräte brachte das @fire Team mit und stellte diese den Teilnehmern vor. Aber auch die schon vorhandenen Geräte der Bensheimer Feuerwehr kamen zum Einsatz.

Mit Brandpatschen im Rauch

Nachdem die Brandschützer an diesem sonnigen Tag die Geräte kennenlernten und eine über 100 Meter lange Schneise mit den Geräten gegraben haben wurde eine größere Fläche freiliegenden Strohs angezündet, mit Wasserrucksäcken bewässert und mit Brandpatschen ausgeschlagen. Dabei standen die Feuerwehrmänner- und frauen auf dem Feld teilweise direkt im Feuer und Rauch.

Nach dieser Übung ging man zu den Fahrzeugen über und übte den sogenannten Pump&Roll-Betrieb, bei dem während einer langsamen Fortbewegung des Löschfahrzeuges nebenherlaufend mit Schläuchen gelöscht wird.

Gegen 15 Uhr beendete der vorhergesagte Regen kurz vor dem geplanten Ende die lehrreiche Übung. Die Bensheimer Feuerwehr-Leute fühlen sich durch die interessante Weiterbildung nun viel sicherer im Umgang mit Wald- und Flächenbränden, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. red

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