Bensheim

Finanzen

Beim Haus am Markt mit dem Sparen beginnen

Archivartikel

Unser Bürgermeister ist alarmiert über die auf die Kommunen zukommenden enormen Belastungen durch die Kindertagesstätten. Nach seinen Worten sprengt dies die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen in den nächsten Jahren, und er verlangt Unterstützung durch das Land Hessen.

Bereits am 9. März wurde im Bergsträßer Anzeiger über einen Brandbrief in dieser Sache berichtet, den er gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Viernheim an den hessischen Finanzminister Thomas Schäfer richtete. Die Sorgen und Forderungen von Rolf Richter sind berechtigt, seine Analyse klar und nachvollziehbar.

Gerade deshalb ist es völlig unverständlich, warum in einer solchen auf die Stadt zukommenden finanziellen Engpasssituation nicht konsequente Einschnitte auf der Ausgabenseite gemacht werden.

Mehr als elf Millionen Euro wird der Quasi-Neubau des Bürgerhauses kosten, mehr als zwei Millionen Euro hat der Kauf des ehemaligen Kaufhauses Krämer gekostet – und jetzt sollen noch einmal 6,8 Millionen Euro oder mehr für Abriss und Neubau des Hauses am Markt ausgegeben werden. Es ist nicht zu fassen.

Da hilft es auch nicht, dass die hier gemachten Schulden nicht bei der Stadt verbucht werden, sondern in die von Helmut Richter geführte MEGB „ausgelagert“ werden. Die MEGB gehört zu 100 Prozent der Stadt Bensheim. Im Ernstfall wird die Stadt, das heißt die Steuerzahler, auch für diese Schulden geradestehen müssen.

Wenn unser Bürgermeister die Gefahr der Schuldenfalle so deutlich sieht und in der Öffentlichkeit anspricht, kann es für ihn nur eines geben: Als erstes muss das Projekt „Abriss und Neubau des Hauses am Markt“ gestoppt und eingefroren werden. Wo, wenn nicht hier, muss die Stadt mit dem Einsparen beginnen.

Udo Bergmann

Bensheim

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