Bensheim

Kreisverwaltung Neuer Vorschlag von Gesundheitsdezernentin Diana Stolz

Bekommt Bensheim ein Geburtshaus?

Archivartikel

Bensheim.Die Schließung der Geburtsstation des Heilig-Geist-Hospitals (HGH) in Bensheim ist auch für den Kreis Bergstraße und insbesondere für die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz ein großes Thema, heißt es in einer Pressemitteilung aus der Kreisverwaltung in Heppenheim.

„Der Wegfall der Geburtsstation ist für Bensheim und auch für die Umgebung ein gewaltiger Einschnitt“, bedauert Stolz die Entwicklung. Gleichzeitig versichert sie, dass „alle nötigen Maßnahmen“ getroffen werden. Durch die Schließung dürfe es zu keinen Engpässen für werdende Eltern kommen. Stolz sieht es als Aufgabe des Kreiskrankenhauses (KKH) an, nun dafür Sorge zu tragen, dass weiterhin eine erreichbare und gute Versorgung für Schwangere und junge Eltern erfolgen kann.

Für wünschenswert hält es die Gesundheitsdezernentin jedoch auch, dass Bensheimerinnen und andere Bergsträßerinnen auch künftig in Bensheim Kinder gebären können: Deshalb schlägt die Vize-Landrätin die Einrichtung eines Geburtshauses in der größten Stadt des Kreises vor. Diese Idee sei von beiden Krankenhäusern – HGH und KKH – überaus positiv aufgenommen worden, heißt es aus dem Landratsamt. Auch Bürgermeister Rolf Richter habe bereits zugesagt, dass die Stadt die Einrichtung eines Geburtshauses aktiv unterstützen werde und insbesondere bei der Suche nach Räumlichkeiten behilflich sein könnte.

Ein Geburtshaus wird von Hebammen geleitet, es bietet außerklinische Geburtshilfe. Die Betreuung der werdenden Mütter beginnt mit der Schwangerschaft und setzt sich mit dem Wochenbett fort. Für die Geburten stehen Räumlichkeiten in solchen Einrichtungen zur Verfügung. Zum Konzept gehört die Zusammenarbeit mit Ärzten. Im Kreis Bergstraße gibt es eine solche Einrichtung derzeit noch nicht. Das nächste Geburtshaus befindet sich in Jugenheim.

Mehrere Gespräche geführt

Wie es weiter in der Pressemitteilung heißt, hat Gesundheitsdezernentin Stolz bereits mehrere Gespräche mit dem KKH und dessen Betreiber, dem Universitätsklinikum Heidelberg, geführt sowie ein gemeinsames mit den Leitungen der Krankenhäuser in Bensheim und Heppenheim.

Hierbei sei unter anderem vereinbart worden, dass das Kreiskrankenhaus zeitnah einen Informationsabend für die am HGH tätigen Hebammen veranstalten wird, um mit diesen eine mögliche Weiterbeschäftigung abzuklären. Denn eines sei klar, so Stolz: „Wir sind uns einig, dass in Heppenheim auf die entstehenden Mehrbedarfe reagiert werden muss, also unter anderem eine Stärkung des Mitarbeiterteams erfolgen wird.“

Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte Daniel Frische, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses bereits betont, dass das KKH bereit sei, die Versorgungslücke zu schließen, die durch die Aufgabe der Geburtshilfe am HGH entstehen wird.

Bei ersten intensiven Beratungen der Verantwortlichen am Kreiskrankenhaus, in die auch die Spitze des Heidelberger Universitätsklinikums eingebunden war, sei in den zurückliegenden Tagen mit der Planung und Umsetzung begonnen worden, die Kapazitäten den sich verändernden Bedingungen anzupassen, heißt es jetzt aus Heppenheim.

Die bestehenden Strukturen würden dabei bereits heute eine größere Anzahl von Geburten zulassen. Weiterhin komme den Verantwortlichen entgegen, dass das Kreiskrankenhaus baulich generalsaniert und im Zuge dessen auch die Geburtsklinik mit Kreißsälen und Mutter-Kind-Station komplett erneuert werden soll. Mit Blick auf die Personalsituation in Heppenheim zeigt sich der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses zugleich offen für Bewerbungen von Hebammen aus Bensheim, die ortsnah im Beruf bleiben wollen. red

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