Bensheim

Nachruf Beliebter Seelsorger im Alter von 80 Jahren verstorben

Bensheim trauert um Pfarrer Ostheim

Archivartikel

Bensheim.Die evangelischen Gemeinden in Bensheim trauern um Pfarrer Wilfrid Ostheim, der im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Fünfzehn Jahre lang lebte und wirkte er in seinem Ruhestand in Bensheim, vielen bekannt durch zahlreiche Gottesdienstvertretungen, vor allem in der Michaelsgemeinde und in der Stephanusgemeinde.

Wilfrid Ostheim war Pfarrer aus Leidenschaft und Berufung. Die Menschenfreundlichkeit Gottes zu verkündigen, war sein Herzensanliegen. Geboren und aufgewachsen in Oberhessen, entschloss er sich nach dem Abitur Theologie zu studieren und war dann sein ganzes aktives Pfarrerleben hindurch Pfarrer der Gemeinde in Offenbach-Bürgel.

Der Seelsorger war bekannt und beliebt durch seine einfühlsamen und lebensnahen Predigten und seine liebevolle und engagierte, den Menschen unmittelbar zugewandte Art. Zeitweise wirkte er als Dekan in Offenbach und kam nach seiner Pensionierung in den Süden Bensheims, wo er im Haus seiner verstorbenen Mutter als Witwer wohnte und in einen großen Freundeskreis eingebunden war. Er liebte die klassische Musik, sang mit Freude in der Bensheimer Kantorei und besuchte gerne interessante Konzerte.

Sein Interesse an fremden Kulturen und anderen Lebensweisen führte ihn in viele ferne Länder. Von jung auf liebte er die Berge, hat mit anderen zusammen manchen Alpengipfel erklommen und in den Bergen die Herrlichkeit von Gottes Schöpfung bewundert. In Bensheim hatte es ihm besonders der Hemsberg angetan.

Wenn irgend möglich „pilgerte“ er Sonntagsmittags hinauf zum Hemsbergturm, um dort zu speisen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Es war seine Idee, dort oben alljährlich im Herbst „Berggottesdienste“ zu organisieren und zu leiten, besondere Gottesdienste, die von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch fanden. In allem spürte man seine große Menschenliebe und feinen Humor.

Seinen 80. Geburtstag konnte er im letzten Herbst noch in großer froher Runde inmitten seiner Familie und seiner Freunde feiern. Danach ging es ihm gesundheitlich zusehends schlechter, aber er nahm das Schicksal seiner unheilbaren Erkrankung vertrauensvoll an, regelte alle notwendigen Dinge mit Weitsicht und Besonnenheit und wurde nun, am Ende doch überraschend schnell, aus dieser Welt abgerufen.

Die Bensheimer Gemeinden werden ihm ein dankbares und ehrendes Gedächtnis bewahren. red

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