Bensheim

Paten für Ausbildung Lehrreicher Workshop in der Schillerschule

Bewerbungstraining für Schüler

Archivartikel

Bensheim.Wie sagte schon Friedrich Schiller in Wilhelm Tell? „Sieh vorwärts, Werner, und nicht hinter dich!“ Ein Motto, das gut passt für die Schüler der nach dem Dichter benannten Schule in Bensheim.

Spätestens kurz vor Jahresschluss sind die Augen der Schüler und Schülerinnen der neunten Hauptschulklassen nach vorne gerichtet. Geht es doch um ihre Zukunft.

Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnis

Wie jedes Jahr, hat auch in diesem Jahr die Ausbildungsinitiative „PfAu“ (Paten für Ausbildung) einen Bewerbungs-Workshop durchgeführt. Die Schüler haben sich auf freiwilliger Basis bereiterklärt, an dem Arbeitstreffen teilzunehmen.

Ganz ohne Arbeit ging es allerdings nicht. Als Bedingung für die Teilnahme mussten die Jugendlichen eine komplette Bewerbung einreichen. Neben dem Anschreiben, einem kompletten Lebenslauf mit Bild und den letzten Zeugnissen waren die Praktikumsnachweise erforderlich. Dann wurden die Bewerbungen über die Schule an PfAu gesandt. Anhand der Bewerbungen bereiteten sich die PfAu-Paten auf ihre Rolle als „Arbeitgeber“ vor. Schließlich sollte das Interview so realistisch wie möglich sein, und den Schülern somit die Angst vor dem ersten Bewerbungsgespräch genommen werden.

Natürlich wurden die Bewerbungen auch einer kritischen Prüfung unterzogen. Bis auf wenige Kleinigkeiten waren sie korrekt. Viele Paten waren von der Qualität der Bewerbungen überrascht. Nach fast zehnjähriger Erfahrung war dieser Jahrgang einer der Besten beim Erstellen der Unterlagen. Dann kam für die Schüler etwas völlig Neues. Zum ersten Mal in ihrem Leben standen sie einem Fremden gegenüber, dem sie erläutern mussten, warum sie ausgerechnet diesen Beruf in diesem Unternehmen erlernen wollten.

Unter genauer Beobachtung

In dem 20- bis 30-minütigen Gespräch mussten sie Rede und Antwort stehen. Nicht nur der „Arbeitgeber“ beobachtete und beurteilte die „Ausbildungsplatzsuchenden“, sondern auch jeweils zwei Schüler verfolgten die Vorstellung.

Nach Abschluss des Dialogs gab es dann ein Feedback. Pate und Beobachter bewerteten das Bewerbungsgespräch, indem sie ihre Beobachtungen darlegten. Nicht nur auf Fragen und Antworten wurde Bezug genommen, sondern auch Vorstellung, Sitzhaltung, Augenkontakt und weitere Faktoren waren wichtig. Natürlich wurden auch die Bewerbungsunterlagen nochmals einer genauen Prüfung unterzogen.

In einer gemeinsamen Runde zum Ende des Workshops erläuterten die Paten nochmals die Anforderungen an zukünftige Auszubildende. Selbstverständlich haben sie sich auch bereit erklärt, den Schülern beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen behilflich zu sein.

Am Schluss haben alle 16 Teilnehmer der Schillerschule ein Zertifikat erhalten, und – wie sie einstimmig feststellten –, wirklich etwas dazugelernt. red

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