Bensheim

Kraftsportclub Alexander Usyk will therapeutisches Angebot für ADHS-Kinder des unterstützen

Box-Weltmeister wird Pate beim KSC

Archivartikel

Bensheim.„Das ist wie ein Ritterschlag durch die Queen“, findet Reginald Schulze und setzt ein breites Strahlen auf. Der Vorsitzende des Kraftsportclubs (KSC) Bensheim hat mit seinem Team einen echten Clou gelandet: Box-Weltmeister Alexander Usyk hat zugesagt, das vom KSC entwickelte und durchgeführte therapeutische Boxen „ADHS“ als Pate zu fördern.

Es handelt sich um eine ideelle Patenschaft, erläutert Schulze. Das bedeutet, das Ganze beruht auf Freiwilligkeit und ist mit keinerlei finanziellen Zusagen seitens des Paten verknüpft. Sehr wohl darf der Bensheimer Box-Club aber Usyks Namen zweckgebunden zur Unterstützung des therapeutischen Boxens „ADHS“ verwenden – und das ist für den KSC eine sehr große Ehre, wie Schulze versichert.

Der Rückhalt für das therapeutische Boxen kommt nicht nur aus boxinternen Reihen, als erster Pate für das Angebot außerhalb des Boxsports ist die Volksbank Darmstadt-Südhessen aktiv und unterstützt den KSC Bensheim mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro. „Als gemeinnütziger Verein beschränken wir uns nicht nur auf den Sport, sondern sehen uns vielmehr in der Pflicht, auf gesellschaftliche Bedürfnisse zu reagieren, um so soziale Verantwortung zu übernehmen. Das therapeutisches Boxen ist da ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, heißt es vonseiten des KSC. Das hat auch die Volksbank Darmstadt- Südhessen gewürdigt, erklärt Reginald Schulze.

Kontakt über SV-98-Fußballer

Alexander Usyk gilt aktuell über alle Gewichtsklassen hinweg als einer der besten Boxer weltweit. Der unbesiegte 32-jährige Ukrainer hält im Cruisergewicht (bis 90,72 Kilogramm) seit dem Gewinn der Muhammad-Ali-Trophy im Vorjahr die WM-Gürtel der vier großen Verbände WBC, WBA, IBF, WBO. Als Amateur gewann der 1,90-Mann im Schwergewicht Gold bei den Olympischen Spielen 2012 in London und bei Weltmeisterschaften (2011). Den EM-Titel im Halbschwergewicht holte er 2008.

Kontakt über Fußball-Profi

Wie kommt der KSC Bensheim an einen solchen Box-Giganten? Zufall, antwortet Reginald Schulze. KSC-Trainer Morrison Owusu spielte bei der Entstehungsgeschichte eine entscheidende Rolle.

Über einen guten Bekannten aus Darmstadt bekam Owusu Kontakt zum ukrainischen Fußballer Artem Fedezkyi. Der Fußball-Profi und EM-Teilnehmer von 2016 spielte in der Saison 2016/17 für den SV Darmstadt 98 in der Bundesliga und ist ein Freund von Usyk.

Über diese Zwischenstation wurde schließlich die Verbindung zum Boxweltmeister hergestellt. Usyk wurde in einer Präsentation in seiner Landessprache das KSC-Projekt therapeutisches Boxen „ADHS“ vorgestellt. Der Champion gab daraufhin seine mündliche Zusage, die ideelle Patenschaft zu übernehmen.

Der KSC will nun unbedingt noch die Unterschrift Usyks unter die Patenschafts-Vereinbarung einholen. „Das machen wir auf jeden Fall, auch wenn wir dazu in die Ukraine oder in die USA reisen müssen“, sagt Schulze.

Aushängeschild des Vereins

Das therapeutische Boxen „ADHS“ hat sich mittlerweile zu einem Aushängeschild des KSC entwickelt und ist in den vergangenen Jahren mit den Auszeichnungen „Sterne des Sports – Sonderpreis der Volksbank Darmstadt-Südhessen“ und „Anerkennungspreis im Rahmen des ODDSET-Zukunftspreis des hessischen Sports“ gewürdigt worden.

Die Kurse für Kinder, bei denen eine intensive Betreuung durch mehrere speziell ausgebildeten Trainer geleistet wird, sind ausgebucht. „Wir sind am Limit“, sagt Schulze und verweist auf die Wartelisten für diese Übungseinheiten.

Der KSC Bensheim bietet unterschiedliche Formen des therapeutischen Boxens für Erwachsene und Kinder an und bildet überdies seit geraumer Zeit Trainer für dieses Segment aus. Das therapeutische Boxen ADHS „made bei KSC“ steht inzwischen bundesweit bei psychiatrischen Fachkliniken auf dem Therapieplan, berichtet Schulze. Auf die Wertschätzung, die dieses besondere Training generell genießt, ist man beim Bensheimer Boxverein stolz. „Das zeigt, dass Boxen viel mehr bedeuten kann, als viele denken“, heißt es abschließend. red

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