Bensheim

Marktplatz Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung

Café Extrablatt bleibt vorerst im Spiel

Archivartikel

Bensheim.Nach der Denkmalschutzbehörde hat sich nun auch das Café Extrablatt zur Situation am Marktplatz in Bensheim geäußert. Das Unternehmen wollte dort bekanntlich in den eigentlich vorgesehenen Neubau mit einer Filiale einziehen und dafür selbst mehr als eine Million Euro investieren.

„Wir bedauern die derzeitige Entwicklung. Falls das Gebäude nicht wie geplant hergestellt wird, können wir uns auch einen anderen Baukörper an selber Stelle vorstellen“, erklärt Carsten Dreyer, der als Geschäftsführer der CE Immobilien GmbH für die Expansion der Gastro-Kette Café Extrablatt zuständig ist, in einem Schreiben an MEGB-Geschäftsführer Helmut Richter. Abstriche wird das Café bei der Raumaufteilung aber nicht machen. Die Grundflächengröße im Erd- und Untergeschoss müsse ähnlich ausgebildet sein wie in den ursprünglichen Planungen, gleiches gilt für die Außengastronomie.

Bei einer eingeschossigen Bauweise müsse das Thema Küchenabluft „sehr genau und sehr sensibel geprüft werden“, gab Dreyer den Entscheidungsträgern in Bensheim schon einmal vorsorglich mit auf den Weg. Klar ist auch, dass für Extrablatt keine Ausweichquartiere in Betracht kommen. „Wir haben die Stadt intensiv geprüft und sehen nur am Marktplatz einen Standort in geeigneter Lage und geeigneter Größe“, so Dreyer abschließend.

Mehr Zeit verschafft

Dass der Geschäftsführer nach der Entscheidung von Bürgermeister Rolf Richter und dem Magistrat gegen ein Haus am Markt 2.0 nicht sofort einen Schlussstrich zieht, verschafft den Verantwortlichen im Rathaus Luft – vor allem in der Frage nach Regressansprüchen. Diese könnten jedoch wieder aktuell werden, sollte die Zukunft des Marktplatzes ohne Café Extrablatt gestaltet werden.

Im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag nahm man die Nachricht erfreut zur Kenntnis. „Es ist gut, dass sie nicht abgesprungen sind“, meinte Franz Apfel (BfB). Ansonsten diskutierte das Gremium über die Vorlage der Verwaltung, in der es um den „ergebnisoffenen Bürgerdialog“ und in einem zweiten Schritt einen städtebaulichen Wettbewerb geht. Ein abschließendes Votum soll in einer vorgeschalteten Sitzung vor der Stadtverordnetenversammlung getroffen werden – nachdem Ortsbeirat Mitte und Bauausschuss getagt haben.

Irritationen riefen vor allem bei SPD und FDP die Stellungnahme der Denkmalpflege hervor, die die Entscheidung des Magistrats begrüßt und sich am weiteren Verfahren beteiligen will. Für diese Einstellung gab es Lob von Bürgermeister Rolf Richter. Werner Bauer (SPD) hingegen sprach von „völlig vagen Aussagen“ und erinnerte daran, dass die Fachabteilung im Landratsamt ihre Abrissgenehmigung an die bekannten Bedingungen bezüglich eines Ersatzbaus geknüpft hatte. Tobias Fischer (FDP) monierte, dass man Rahmenbedingungen kennen müsse, bevor man das Vorhaben neustarte.

Richter erklärte, dass die Denkmalpflege ihm im Gespräch mitgeteilt habe, dass man zum jetzigen Zeitpunkt die früheren Aussagen weder bestätigen noch dementieren werde und im laufenden Prozess eine Stellungnahme abgeben werde. Diese muss spätestens vor dem städtebaulichen Wettbewerb erfolgen, damit es für die Architekturbüros Parameter gibt, anhand derer sie ihre Vorstellungen entwickeln können. „Wir können nicht erwarten, dass die Behörde jetzt schon erklärt, was sie mitmacht oder nicht“, bemerkte der Rathauschef abschließend.

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