Bensheim

Konzert „Synagoge trifft Kirche“ am 24. März in der Michaelskirche

Christliche und jüdische Musik

Auerbach.Der Auerbacher Synagogenverein lädt in Zusammenarbeit mit der Michaelsgemeinde zu einem Konzert ein: Unter dem Motto „Synagoge trifft Kirche“ spielen am Sonntag, 24. März, um 17 Uhr in der evangelischen Michaelskirche Semjon Kalinowski (Viola)und Paul Kayser (Orgel) synagogale und kirchliche Kompositionen, begleitet vom Oratorienchor Bergstraße unter Leitung von Kantor Konja Voll.

Der Ukrainer Semjon Kalinowski erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik Lemberg und absolvierte dann ein Aufbaustudium an der Staatlichen Musikakademie Danzig. Er lebt heute in Lübeck. Kammermusik für Viola und Orgel, verbunden mit reger Konzerttätigkeit, auch über Europa hinaus, sind seine Schwerpunkte.

Paul Kayser, 1979 in Luxemburg geboren, studierte katholische Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Frankfurt und schloss in Berlin ein Konzertexamen in Orgelimprovisation ab. Auch nahm er an zahlreichen Meisterkursen teil. Er ist heute Organist an Kirchen in Luxemburg und Echternach. Daneben gibt er Konzerte im In- und Ausland.

Reiche Tradition

Das Programm vereint die reiche Tradition der christlichen Orgelmusik und der jüdischen Liturgie und enthält damit eine besondere spirituelle Botschaft: Die Interpreten sehen es als gleichsam musikalischen interreligiösen Dialog.

Gespielt werden unter anderem Werke von Max Bruch („Bol Nidre“), Joseph Gabriel Rheinberger, Ernest Bloch und Louis Lewandowski: aus seiner Vertonung „18 liturgische Psalmen“ wurden für den Chor drei Gesänge ausgewählt.

Ein Blick in die Musikgeschichte: Von Saiteninstrumenten- und Flötenspiel wird im Alten Testament berichtet, zusammen mit Gesang war es fester Bestandteil des Jerusalemer Tempelkults – vor allem nach der Zeit des Babylonischen Exils. Nach der endgültigen Zerstörung des Tempels (70 n. Chr.) wurde im Gottesdienst auf Instrumente verzichtet. Danach gab es nur noch den liturgischen Wechselgesang zwischen Vorbeter und Gemeinde.

Durch Holocaust zerstört

Im 19. Jahrhundert änderte sich die Tradition, man öffnete sich für die Musikkultur der Umgebung: Es kam zu einer Blüte jüdisch-liturgischer Musik, es gab Chöre, ja es hielt sogar die Orgel Einzug in die Synagogen, wenn auch teilweise angefeindet. Dieses reiche Musikleben wurde mit dem Holocaust zerstört, mit den Synagogen auch die Synagogenorgeln.

Karten für das Konzert gibt es an der Abendkasse in der Michaelskirche. red

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