Bensheim

Grundschule Kappesgärten Klasse 3a spielte Theater für Eltern, Verwandte und die ganze Schulgemeinde

„Cool sein“ ist ganz schön anstrengend

Bensheim.Treffpunkt Spielplatz: Eine Gruppe von Schulkindern, die fröhlich ganz normale Kinderspiele spielt, wird durch eine Gruppe „cooler“ Jugendlicher aufgeschreckt, die den Kindern ihren Spielraum streitig machen wollen. Zunächst sind die überrumpelten Kinder eingeschüchtert, doch schließlich siegt ihr Mut und es gelingt ihnen, den Spieß umzudrehen. Sie skandieren „Cool sein ist cool!“ und vertreiben die Eindringlinge mit ihrem Entschluss, ab heute auch cool sein zu wollen.

Jeder Schüler hatte eine Aufgabe

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Grundschule in den Kappesgärten hatten viel Spaß bei der Erarbeitung der einzelnen Szenen des Theaterstücks, das in Anlehnung an das Bilderbuch „Ab heute sind wir cool“ von Susann Opel-Götz entstanden ist.

Unterstützt wurden sie hierbei vom Theaterpädagogen Jochen Keth und ihrer Klassenlehrerin Kirsten Gundlach.

Alle 23 Kinder der Klasse übernahmen in den insgesamt zwölf Szenen mehrere selbstgewählte Aufgaben – als Sprecher, Tänzer oder/und im Bereich der Bühnenorganisation.

Fast ein Schuljahr lang waren sie konzentriert und engagiert bei der Sache und ließen sich auch von anstrengenden Proben in der Schlussphase des Projekts nicht demotivieren. So wundert es nicht, dass das kurzweilige Theaterstück, welches in der vergangenen Woche im Rahmen zweier Aufführungen sowohl Eltern, Verwandten und Bekannten als auch der Schulgemeinde präsentiert wurde, allgemein großen Anklang fand.

Die Schulkinder im Theaterstück mussten nach ihrem Entschluss „cool“ zu sein, die Frage klären: „Wie ist man eigentlich cool?“ Schnell sind hierfür die Antworten gefunden: Coole tragen immer Sonnenbrillen, trinken den ganzen Tag Fanta oder Cola, essen Chips, chillen auf der Skater-Rampe, schauen gleichzeitig aufs Handy und in den Fernseher, sehen Filme, für die sie eigentlich noch zu klein sind und hören viel zu laute Krachmusik. Außerdem bewegen sich Coole natürlich ganz anders als normale Leute und sie sprechen eine eigene Sprache.

Munter wird diskutiert, imitiert, ausprobiert und geübt. Tatsächlich gelingt die Verwandlung und aus den Spielplatzkindern werden nach und nach total coole Typen.

Doch irgendwann wird klar: Cool sein ist nicht nur cool, sondern vor allem auch ganz schön anstrengend. Vom vielen Chipsessen und Colatrinken wird einem übel, vom Sonnenbrillentragen wird man müde, nach Horrorfilmen kann man nicht einschlafen, vom Strickmützentragen (zum Schutz gegen die laute Krachmusik) juckt einem der Kopf.

Lieber wieder ausgelassen spielen

Die Kinder sind sich einig, dass es schön wäre, wieder mal so richtig miteinander zu spielen – Mädchen fangen Jungen, Tischtennis oder Schätze vergraben zum Beispiel. Noch bevor es damit losgehen kann, stürmt eine Gruppe Kinder auf den Spielplatz und weiß zu berichten, dass „drüben im Park heute was geht“. Wer cool sein will, muss dort natürlich mit von der Partie sein.

Cool sein oder endlich mal wieder richtig spielen? Am Ende dürfen beide Möglichkeiten nebeneinander bestehen, denn die Entscheidungen der Jungen und Mädchen fallen unterschiedlich aus. Während sich eine Gruppe dazu entschließt, heute noch mal cool zu sein, entscheidet sich eine andere fürs Spielen: „Cool sein können wir morgen noch.“ red

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