Bensheim

HTV Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer LBF erfolgreich abgeschlossen

Damit Smartphone und Navi länger leben

Archivartikel

Bensheim.Ende September wurde ein dreijähriges Projekt der Bensheimer HTV GmbH zur Erforschung des Alterungsverhaltens neuer Materialsysteme und Technologien erfolgreich beendet.

Ziel des Projektes war es, ein Verfahren zur Langzeitlagerung von elektronischen bzw. elektromechanischen Bedieneinheiten zu entwickeln, um die Ersatzteilversorgung für beispielsweise Navi, Smartphone und Infotainmentsysteme über viele Jahre sicherzustellen und damit die Lebensdauer der Geräte gravierend zu verlängern.

„Vor dem Hintergrund der aktuell kurzen Verfügbarkeit elektronischer Ersatzteile aufgrund immer kürzerer Innovationszyklen ist die Langzeitlagerung elektronischer Ersatzteile insbesondere für solche Nutzer, die ihre Endgeräte über viele Jahre verwenden wollen, von entscheidender Bedeutung“, so die HTV in einer Pressemitteilung. Denn es gebe zwar ständig neue Produkte, aber immer weniger Chancen, Handy, Navigationsgerät oder Touchscreen reparieren zu lassen.

Touchscreens sind heute Standard

Elektronische und elektromechanische Bedieneinheiten (EB) sind außer im privaten Bereich auch im industriellen Sektor weit verbreitet: Bei den Steuereinheiten von Maschinen und Anlagen sind Touchscreens auch im Automobil heute Standard. Die mangelnde Ersatzteilverfügbarkeit durch Beendigung der Produktion seitens der Hersteller sei auch hier ein großes Problem, das es zu lösen gelte.

Eine Einlagerung der entsprechenden Bedieneinheiten schaffe Abhilfe, jedoch sei eine konventionelle Lagerung (Regal- oder Stickstofflagerung) denkbar ungeeignet, da die Komponenten durch einsetzende Alterungsprozesse (wie etwa Oxidation und Korrosion) möglicherweise ihre Funktion verlieren und unbrauchbar werden könnten.

Einzigartiges Verfahren

Basis der Forschungsarbeit war daher das bei HTV entwickelte einzigartige Langzeitkonservierungs- und -lagerungsverfahren TAB (Thermisch-Absorptive-Begasung), das auftretende Alterungsprozesse bei elektronischen Komponenten stoppt bzw. minimiert und mit dem mittlerweile elektronische Bauteile und Baugruppen sowie komplette Geräte aus aller Welt im Hochsicherheitsgebäude im Bensheimer Stubenwald bis zu 50 Jahre eingelagert werden.

„TAB leistet so einen erheblichen Beitrag zum Schutz der Umwelt und zur Steigerung der Ressourceneffizienz: Durch das Vorhandensein von Ersatzteilen müssen Bauteile und Geräte nicht vorzeitig verschrottet werden und dank des ,Nicht-Verschwendens’ der in den elektronischen Komponenten verbauten kritischen Rohstoffe (zum Beispiel Galium und Gold) ergeben sich erhebliche ökonomische und ökologische Potenziale.“

Dieses Know-how rund um die Einlagerung elektronischer Komponenten wurde nun im Rahmen des Forschungsprojektes genutzt, um gemeinsam mit Projektpartner Fraunhofer LBF in Darmstadt die sichere Langzeitlagerung von elektronischen und elektromechanischen Bedieneinheiten zu erforschen.

Die erzielten Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes seien beachtlich, schreibt HTV: Neben der Entwicklung geeigneter Methoden zur Feststellung von Alterungseffekten bei den Bedieneinheiten konnten anhand von Alterungsversuchen unter extremen Bedingungen (etwa hohe oder niedrige Temperaturen, Modulation der Luftfeuchtigkeit oder des Sauerstoffgehalts) Lagerbedingungen ermittelt werden, unter denen die Alterung deutlich reduziert und damit die Funktionalität und Verarbeitbarkeit der jeweiligen Bedieneinheiten über Jahrzehnte sichergestellt sei.

Das Problem der Ersatzteilverfügbarkeit könne somit durch die spezielle HTV-TAB-Langzeitlagerung gelöst werden. Aktuell forscht das Team um Projektleiterin Birgit Staben bereits an einem neuen vom BMBF geförderten Projekt, und die Kooperation mit dem Fraunhofer LBF wird weiter ausgebaut.

Neues Projekt: Leuchtdioden

In den nächsten drei Jahren soll das Langzeitlagerungsverfahren für die speziellen Eigenschaften von organischen Leuchtdioden (OLED) weiter verbessert werden. Die OLED-Technologie kommt bereits in Bildschirmen von Smartphones und Tablet-Computern zum Einsatz und verfügt über besondere Eigenschaften.

Die Bedeutung von OLEDs als Beleuchtung oder Display und auch im Automobil werde immer größer, so dass der Bedarf der Langzeitbevorratung ständig zunehme. red

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