Bensheim

Gesundheit im Dialog Am Donnerstag Vortrag

Darm oder Gehirn – wer ist hier eigentlich der Chef?

Bensheim.„Eine psychische Störung beginnt im Darm“, so eine für Nervenärzte wie den Bensheimer Nervenarzt Dr. Meyer provokante These. Für ihn hat das Gehirn der Chef zu sein. Doch in der Tat leiden Menschen mit psychischen Störungen oft auch unter Darmproblemen.

Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Darm und Gehirn gibt es inzwischen nicht nur bei Depressionen, sondern auch bei Autismus, Parkinson, Angsterkrankungen, Übergewicht, Immunkrankheiten.

Eintrittspforte für Krankheiten

Ideale Eintrittspforten für Krankheitserreger sind die Schleimhäute und die Nahrung. Der Darm hat die größte Fläche aller menschlichen Organe, wenn man alle Falten auf der Darminnenwand ausbreiten würde. Er muss also eine wichtige Rolle spielen in der Immunabwehr unseres Körpers. Und er sorgt für den Energienachschub für unseren Körper. Es liegt nahe, dass er dann auch etwas mit unserem Befinden zu tun hat.

Die Forschung zur Kommunikation zwischen Darm und Gehirn kommt seit etwa zehn Jahren langsam in Gang. Es handelt sich um eine recht junge Wissenschaft – erste systematische Untersuchungen sind noch keine 20 Jahre alt. So ist es auch kein Wunder, dass gerade die Gehirn-Spezialisten wie Meyer manchmal despektierlich von „Kacka-Studien“ sprechen.

So langsam entwickelt sich jedoch auch bei den Gehirn-Spezialisten ein Interesse für den Darm. Zusammenhänge kann man nicht mehr leugnen, doch wer ist der Chef? Darm oder Gehirn? Das erinnert doch sehr an die Diskussion um Huhn oder Ei.

Über die aktuelle Studienlage und neuen Erkenntnisse zur Zusammenarbeit zwischen Darm und Gehirn berichtet der Bensheimer Nervenarzt Christoph Meyer am Donnerstag (5.) um 19.30 Uhr in der Apotheke am Hospital in der unteren Fußgängerzone in Bensheim. Die Veranstaltung ist wie immer kostenfrei. red

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